1945-2026: "Körperwelten"-Begründer Gunther von Hagens ist tot
- 27. Juli
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Der Mediziner und Begründer der bekannten „Körperwelten“-Ausstellungen, Gunther von Hagens, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Nach Angaben seiner Familie und des von ihm ins Leben gerufenen Instituts für Plastination verstarb er am Freitag nach längerer schwerer Krankheit. Die Nachricht wurde am Montag in Heidelberg veröffentlicht. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
„Körperwelten“ sorgte weltweit für Diskussionen
Mit seinen Ausstellungen, in denen menschliche Körper mithilfe der von ihm entwickelten Plastination dauerhaft konserviert gezeigt wurden, löste von Hagens seit den 1990er Jahren internationale Debatten aus. Während die Präsentationen Millionen Menschen anzogen, wurden sie zugleich kontrovers diskutiert.
Bei den ausgestellten Präparaten handelt es sich um Körper von Menschen, die bereits zu Lebzeiten entschieden hatten, ihren Leichnam für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen. Auch von Hagens selbst habe diesen Wunsch geäußert, teilte seine Familie mit. „Seine Angehörigen werden diesen Wunsch respektieren und ausführen.“
Ein bewegtes Leben zwischen Ost und West
Gunther von Hagens wurde am 10. Januar 1945 im heutigen Polen geboren und verbrachte seine Kindheit in der DDR. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde er zunächst festgenommen. Später gelangte er in die Bundesrepublik Deutschland, wo er seine wissenschaftliche Laufbahn fortsetzte.
Nach seinem Medizinstudium entwickelte er 1977 an der Universität Heidelberg die Methode der Plastination. Mit dieser Technik revolutionierte er die dauerhafte Konservierung anatomischer Präparate.
Aufbau eines internationalen Projekts
Im Jahr 1993 gründete von Hagens das Institut für Plastination. Mehr als ein Jahrzehnt später eröffnete er 2006 im brandenburgischen Guben das Plastinarium, eine zentrale Einrichtung für Forschung, Herstellung und Ausstellung der Plastinate.

