AliExpress: Online-Marktplatz wegen mangelnder Kontrolle und gefälschter Waren bestraft
- 20. Juli
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Die Europäische Union hat gegen den Online-Handelsplatz AliExpress eine Strafe in Höhe von 550 Millionen Euro verhängt. Grund dafür sind Verstöße im Zusammenhang mit dem Verkauf unerlaubter Waren auf der Plattform. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden unter anderem gefälschte Modeartikel, nicht sichere Spielwaren sowie bedenkliche Kosmetikprodukte über einen längeren Zeitraum angeboten, ohne dass sie schnell genug entfernt wurden. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
AliExpress, das zum chinesischen Alibaba-Konzern gehört, weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte: „Wir sind mit der heutigen Entscheidung und der unverhältnismäßigen Geldbuße nicht einverstanden.“ Die verhängte Summe berücksichtige nach Ansicht des Unternehmens nicht ausreichend die bereits umgesetzten Verbesserungen. AliExpress ergänzte: „Wir prüfen die Entscheidung sorgfältig und erwägen alle verfügbaren Optionen.“
EU kritisiert mangelnde Kontrolle auf der Plattform
Die EU-Kommission wirft AliExpress außerdem vor, nicht genügend Mitarbeiter für die Überwachung möglicher Rechtsverstöße einzusetzen. Die zuständigen Prüfteams seien mit der Vielzahl an Angeboten überfordert gewesen.
Nach Einschätzung der Behörden wurden problematische Produkte nicht nur zu spät entfernt, sondern teilweise zuvor sogar durch Empfehlungen oder Werbung stärker verbreitet. Untersuchungen der EU hätten gezeigt, dass trotz bestehender Kontrollmechanismen weiterhin zahlreiche gefälschte Kleidungsstücke, Schuhe und unsichere Produkte für Kinder auf der Plattform verfügbar gewesen seien.
Vorwürfe wegen Wettbewerbsverzerrung
Besonders kritisch bewertet die EU-Kommission den Handel mit gefälschten Waren. Solche Angebote würden nach Ansicht der Behörde Unternehmen benachteiligen, die viel Geld in Entwicklung, Qualitätskontrollen und sichere Herstellungsverfahren investieren.
Die Anbieter illegaler Produkte könnten dadurch niedrigere Preise anbieten, weil sie diese Kosten umgehen. Seriöse Firmen würden dadurch gezwungen, mit Anbietern zu konkurrieren, die sich nicht an vergleichbare Standards halten.
EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen betonte, dass das Vorgehen von AliExpress nicht nur eine Gefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa darstelle, sondern auch Unternehmen schade, die gesetzeskonform arbeiten.

