Empfindliche Brustwarzen: Diese Ursachen können dahinterstecken und was jetzt hilft
Stechen, Brennen, Jucken oder ein unangenehmes Spannungsgefühl: Wenn die Brustwarzen plötzlich besonders sensibel reagieren, kann das viele Ursachen haben.
Mehr dazu heute in MOMMYTIME.
Häufig spielen Hormone eine Rolle – etwa während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft oder in bestimmten Lebensphasen. Aber auch Kleidung, Sport oder hormonelle Verhütungsmittel können die Beschwerden auslösen.
Warum reagieren Brustwarzen so sensibel?
Die Brust und insbesondere die Brustwarzen sind mit zahlreichen Nervenenden ausgestattet und deshalb von Natur aus sehr berührungsempfindlich. Veränderungen im Hormonhaushalt können diese Sensibilität zusätzlich verstärken.
Besonders häufig treten Beschwerden im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus auf. Wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist, kann beispielsweise das prämenstruelle Syndrom (PMS) dahinterstecken. Typisch sind dann neben empfindlichen oder schmerzenden Brüsten weitere Beschwerden wie Unterleibsschmerzen, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen.
Medizinisch werden zyklusabhängige Spannungsgefühle und Schmerzen der Brust als Mastodynie bezeichnet.
Daneben kommen ganz alltägliche Auslöser infrage: Ein schlecht sitzender BH, raue Kleidung oder Reibung beim Sport können die empfindliche Haut zusätzlich reizen.
PMS: Wenn die Brust vor der Periode schmerzt
Viele Frauen bemerken kurz vor ihrer Menstruation, dass ihre Brüste voller, schwerer oder empfindlicher werden. Bereits leichte Berührungen können dann unangenehm sein.
Verantwortlich sind vor allem die hormonellen Schwankungen in der zweiten Zyklushälfte. Vor Beginn der Periode verändern sich unter anderem die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron. Dadurch kann sich mehr Flüssigkeit im Gewebe einlagern. Die Brust schwillt leicht an und kann dadurch spannen oder schmerzen.
Mit Beginn beziehungsweise nach Ende der Menstruation gehen diese Beschwerden normalerweise wieder zurück.
Bei stärker ausgeprägtem PMS können zusätzlich Wassereinlagerungen an anderen Körperstellen, Erschöpfung, Bauchbeschwerden, Verstopfung oder Reizbarkeit auftreten. Wie stark die Symptome ausfallen, ist individuell sehr unterschiedlich.
Was kann bei PMS helfen?
Einige Veränderungen im Alltag können Beschwerden möglicherweise reduzieren:
Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola oder Tee nur in Maßen konsumieren
Alkohol möglichst einschränken
Eine eher salzarme Ernährung ausprobieren
Auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung achten
Regelmäßig bewegen und Sport treiben
Nicht rauchen
Eine ausreichende Versorgung mit unter anderem Kalzium, Vitamin D, Vitamin B6 und Omega-3-Fettsäuren kann ebenfalls unterstützend sein.
Kann die Antibabypille die Brust empfindlicher machen?
Ja. Hormonelle Verhütungsmittel können als Nebenwirkung unter anderem ein Spannungsgefühl oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Brüste verursachen. Besonders nach Beginn der Einnahme kann der Körper einige Zeit benötigen, um sich an die veränderte Hormonzufuhr zu gewöhnen.
Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt auch vom jeweiligen Präparat ab. Präparate mit Östrogen können unter anderem Wassereinlagerungen begünstigen, wodurch sich die Brüste voller oder empfindlicher anfühlen können.
Bei vielen Anwenderinnen bessern sich solche Nebenwirkungen nach einigen Monaten. Wenn die Beschwerden bleiben oder sehr belastend sind, ist ein Gespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt sinnvoll.
Auch nach dem Absetzen können Beschwerden auftreten
Nicht nur der Beginn, sondern auch das Ende einer hormonellen Verhütung kann vorübergehend Veränderungen verursachen. Nach dem Absetzen der Pille muss der natürliche Zyklus zunächst wieder seinen eigenen Rhythmus finden.
Wer bereits vor der Pilleneinnahme mit ausgeprägten PMS-Beschwerden zu tun hatte, kann diese nach dem Absetzen erneut wahrnehmen. Auch Spannungsgefühle oder empfindliche Brustwarzen sind in dieser Umstellungsphase möglich.
Empfindliche Brustwarzen als frühes Schwangerschaftszeichen
Eine erhöhte Empfindlichkeit der Brust kann tatsächlich zu den frühen Anzeichen einer Schwangerschaft gehören. Bereits in den ersten Schwangerschaftswochen verändert sich das Brustgewebe unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone.
Die Durchblutung nimmt zu, das Drüsengewebe entwickelt sich weiter und die Brust beginnt, sich auf die spätere Milchproduktion vorzubereiten. Dadurch können die Brüste größer, schwerer und empfindlicher werden.
Besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft, kann ein Schwangerschaftstest zu Hause Klarheit schaffen. Bei Unsicherheit oder Fragen ist außerdem eine gynäkologische Untersuchung möglich.
Stillzeit: Warum die Brustwarzen anfangs wehtun können
Auch nach einer Schwangerschaft können empfindliche Brustwarzen ganz normal sein. Während der ersten Stillzeit muss sich die Haut zunächst an die neue Belastung gewöhnen.
Milcheinschuss und die wiederholte Beanspruchung beim Anlegen können dazu führen, dass die Brustwarzen zunächst besonders empfindlich sind oder schmerzen. Eine gute Stilltechnik und Unterstützung durch Hebamme oder Stillberatung können helfen, unnötige Belastungen zu vermeiden.
Wenn eine Brustentzündung dahintersteckt
Eine Mastitis verursacht meist deutlich stärkere Beschwerden und kommt besonders häufig während der Stillzeit vor. Häufig entwickelt sie sich im Zusammenhang mit einem Milchstau.
Typische Hinweise sind eine schmerzhafte, warme und verhärtete Stelle an der Brust. Bei solchen Beschwerden solltest du frühzeitig Unterstützung durch deine Hebamme oder ärztliches Fachpersonal suchen.
Eine Brustentzündung kann allerdings auch außerhalb der Stillzeit auftreten. Eine sogenannte Mastitis non-puerpaliskann verschiedene Ursachen haben und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Reibung durch Kleidung kann ebenfalls schuld sein
Nicht jede empfindliche Brustwarze hat mit Hormonen zu tun. Gerade beim Sport kann die Kombination aus Bewegung, Schweiß und Reibung die empfindliche Haut reizen.
Ein Sport-BH oder T-Shirt, das ungünstig sitzt, kann die Brustwarzen wundreiben. Im schlimmsten Fall entstehen sogar kleine Verletzungen oder Blutungen. Auch ein BH, der zu eng sitzt oder nicht ausreichend Halt gibt, kann Beschwerden begünstigen.
Praktischer Tipp: Beim Sport können spezielle Pflaster oder Schutzpads verhindern, dass die Brustwarzen direkt am Stoff reiben.
Pubertät: Wenn die Brust zu wachsen beginnt
Empfindliche Brustwarzen sind auch während der Pubertät häufig. Mit Beginn der körperlichen Entwicklung wächst das Brustgewebe, die Brustwarzen verändern sich und die Milchdrüsen entwickeln sich weiter.
Während dieser Wachstumsphase können die Brüste und Brustwarzen zeitweise spannen oder besonders empfindlich sein. Das ist in der Regel eine normale Begleiterscheinung der Entwicklung.
Wechseljahre und hormonelle Schwankungen
Auch rund um die Wechseljahre können sich die Brüste verändern. Besonders während der Perimenopause, also der Übergangsphase vor der letzten Regelblutung, schwanken die Hormone teilweise erheblich.
Die Eierstockfunktion verändert sich, wodurch sich auch die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron verändern können. Diese hormonellen Schwankungen können unter anderem Brustspannen und empfindliche Brustwarzen verursachen.
Zusätzlich können in dieser Lebensphase unregelmäßige Blutungen oder Hitzewallungen auftreten.
Was kannst du gegen empfindliche Brustwarzen tun?
Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Bei leichteren Beschwerden können folgende Dinge angenehm sein:
Einen gut passenden, nicht einschneidenden BH tragen
Weiche und möglichst reizarme Kleidung wählen
Bei Reibung beim Sport die Brustwarzen schützen
Kühlende Auflagen ausprobieren
Bei Bedarf Quarkwickel verwenden
Zur Hautpflege können beispielsweise Ringelblumensalbe oder gereinigtes Lanolin aus der Apotheke infrage kommen
Wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark sind, neu auftreten, lange bestehen bleiben oder von weiteren Veränderungen der Brust begleitet werden, solltest du sicherheitshalber eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.



