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Erste Frau an der Spitze: Sarah Mullally wird Erzbischöfin von Canterbury

5. Okt. 2025
1 Min. Lesezeit

Zum ersten Mal in der Geschichte der anglikanischen Kirche steht eine Frau an ihrer Spitze: Sarah Mullally. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Nach 105 männlichen Amtsinhabern übernimmt sie das bedeutende Amt der Erzbischöfin von Canterbury und wird damit zur geistlichen Führungsfigur für über 85 Millionen anglikanische Gläubige weltweit. Ihre Amtszeit beginnt in einer herausfordernden Phase – ein Skandal hat das Vertrauen vieler Menschen in die Kirche erschüttert, und Mullally steht nun vor der Aufgabe, dieses Vertrauen neu aufzubauen.


Dank an die Wegbereiterinnen


In ihrer Antrittsrede würdigte Mullally die Frauen, die vor ihr Verantwortung innerhalb der Kirche übernommen haben. Sie sehe sich selbst als „Hirtin“, die anderen den Zugang zum Glauben und dessen Ausübung ermöglichen möchte. „Ich werde nicht immer alles richtig machen“, sagte sie. Als persönliche Orientierung vertraue sie auf einen Vers aus den Psalmen: „Auch wenn Du strauchelst, stürzt Du nicht hin, denn der Herr hält Dich fest bei der Hand.“


Ein Auswahlprozess mit vielen Zwischenschritten


Im Gegensatz zur katholischen Kirche, wo im Mai Papst Leo XIV. in einem nur zweitägigen Konklave gewählt wurde, zog sich die Entscheidungsfindung der Church of England über fast ein Jahr hin. Ein etwa 20-köpfiges Komitee, geleitet von einem ehemaligen Geheimdienstchef, beriet elf Monate lang über die Nachfolge.


Diskrete Verfahren statt öffentlicher Abstimmung


Das Auswahlverfahren ist dabei von außen betrachtet schwer nachvollziehbar. Es gibt keine öffentliche Liste möglicher Kandidat:innen, ebenso wenig eine offene Abstimmung. Stattdessen werden verschiedene Gruppen innerhalb der Kirche konsultiert, um zu ermitteln, welche der derzeitigen Bischöf:innen die Gemeinschaft am besten in die Zukunft führen könnte.

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