Führerschein-Reform: Weniger Fragen, mehr Digitalisierung und sinkende Kosten
- 16. Okt. 2025
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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will den Erwerb des Führerscheins in Deutschland vereinfachen und die Kosten senken. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
In Berlin stellte er zentrale Punkte einer geplanten Reform vor, die sowohl die Theorie- als auch die Praxisausbildung in Fahrschulen betreffen.
Theorieprüfung: Weniger Fragen, mehr Flexibilität
Ein zentraler Bestandteil der Reform betrifft die theoretische Prüfung. Der aktuelle Fragenkatalog mit 1.169 Aufgaben soll um etwa ein Drittel verkleinert werden. Außerdem soll die Pflicht entfallen, den Theorieunterricht ausschließlich in Präsenz zu absolvieren. Künftig soll es möglich sein, das notwendige Wissen vollständig digital – beispielsweise über Lernplattformen oder Apps – zu erwerben.
Schnieder betont die soziale Bedeutung der Reform: „Mobilität ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge – sie darf kein Privileg sein.“
Praktische Ausbildung: Einbindung von Angehörigen
Das Verkehrsministerium möchte zudem prüfen, wie Personen aus dem Umfeld der Fahrschülerinnen und Fahrschüler stärker in den Lernprozess eingebunden werden können. Nach Einschätzung des Ministeriums spielt Fahrpraxis eine entscheidende Rolle beim Aufbau sicherer Fahrkompetenzen. Eine mögliche Beteiligung nahestehender Personen könnte die praktische Ausbildung unterstützen und erleichtern.
Mehr Transparenz bei Fahrschulen
Um Fahrschülerinnen und Fahrschülern die Auswahl einer passenden Fahrschule zu erleichtern, sollen künftig sowohl die Ausbildungskosten als auch die Durchfallquoten aller Fahrschulen online abrufbar sein. So sollen Vergleiche einfacher und fundierter möglich werden.
Nächste Schritte und Hintergründe
Die vorgestellten Maßnahmen sind Teil eines Eckpunktepapiers, das nun gemeinsam mit den Bundesländern und Vertreterinnen und Vertretern der Fahrschulbranche weiter ausgearbeitet werden soll.
Der Reformvorschlag kommt nicht von ungefähr: Die Kosten für den Erwerb eines Pkw-Führerscheins der Klasse B liegen laut Verkehrsministerium derzeit im Durchschnitt bei rund 3.400 Euro. Um diese finanzielle Belastung abzufedern, haben Union und SPD entsprechende Änderungen bereits in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten.

