Familienplanung im Ungleichgewicht: Warum viele Menschen weniger oder mehr Kinder bekommen als gewünscht
- 11. Juni 2025
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Zahlreiche Menschen rund um den Globus bekommen nicht so viele Kinder, wie sie sich erhofft haben – oder auch mehr als ursprünglich geplant. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) hervor, die gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt wurde. Befragt wurden über 14.000 Erwachsene in 14 Ländern, die zusammen mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung ausmachen.
Zwei Kinder als Ideal – aber die Realität sieht oft anders aus
In fast allen untersuchten Ländern gilt ein Zweikinder-Modell als bevorzugt. Dennoch zeigt sich: Viele Menschen verändern im Laufe ihres Lebens ihre Vorstellungen über die gewünschte Kinderzahl – sei es aufgrund persönlicher Erfahrungen, äußerer Umstände oder gesellschaftlicher Veränderungen.
Wunschzahl oft nicht erreicht
Etwa 18 Prozent der befragten Erwachsenen im fortpflanzungsfähigen Alter gehen davon aus, dass sie nicht die Anzahl an Kindern bekommen werden, die sie sich wünschen. Elf Prozent rechnen mit weniger Nachwuchs, während sieben Prozent annehmen, mehr Kinder zu haben als geplant.
Rückblick aus späterer Perspektive
Auch Personen über 50, bei denen eine abgeschlossene Familienplanung angenommen werden kann, wurden berücksichtigt. 31 Prozent von ihnen gaben an, im Rückblick weniger Kinder bekommen zu haben als beabsichtigt – bei zwölf Prozent waren es hingegen mehr.
Ungeplante Schwangerschaften und unerfüllte Wünsche
Ein Drittel der Befragten berichtete von mindestens einer ungewollten Schwangerschaft. Weltweit gilt etwa jede zweite Schwangerschaft als ungeplant – und mehr als die Hälfte dieser Schwangerschaften (61 Prozent) endet in einem Schwangerschaftsabbruch. 23 Prozent der Befragten äußerten einen unerfüllten Kinderwunsch. Häufige Hürden sind finanzielle Unsicherheiten (39 Prozent), gesundheitliche Schwierigkeiten (24 Prozent) oder Zukunftsängste wie Konflikte oder Krisen (19 Prozent).
Eingriffe in die Selbstbestimmung
Viele Staaten greifen gezielt in die Familienplanung ein – mit Maßnahmen sowohl zur Förderung als auch zur Senkung der Geburtenrate. Der Bericht kritisiert diese Eingriffe scharf, da sie oft die individuelle Entscheidungsfreiheit einschränken. Laut UNFPA können weltweit rund 44 Prozent der Frauen und Mädchen nicht frei über ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Verhütungsmethoden entscheiden – ein Zustand, der als menschenrechtswidrig bewertet wird.

