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Investitionsdebakel: Verluste bei Krankenkassen deutlich höher als gedacht

  • 19. Juli
  • 1 Min. Lesezeit

Mehrere gesetzliche Krankenkassen sowie Kassenärztliche Vereinigungen stehen wegen verlustreicher Investments in Immobilienfonds im Fokus. Nach gemeinsamen Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung belaufen sich die bislang nachgewiesenen Verluste auf mehr als 170 Millionen Euro. Mindestens 17 Institutionen sollen betroffen sein. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Größeres Ausmaß als bislang angenommen


Nach Informationen aus dem Umfeld der beteiligten Finanzunternehmen könnte der tatsächliche Umfang deutlich höher liegen. Demnach sollen insgesamt 28 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen mittelbar Kapital in die sogenannten Verius-Fonds investiert haben. Die Gesamtsumme der problematischen Anlagen wird auf über 500 Millionen Euro geschätzt.


Mehrere Klagen eingereicht


Juristisch gehen inzwischen verschiedene Einrichtungen gegen die Verantwortlichen vor. Neben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und der KV Hessen haben auch die Krankenkassen KKH, BKK Gildemeister Seidensticker sowie Pronova BKK Klagen beim Landgericht Frankfurt eingereicht.


Vorwürfe gegen Finanzdienstleister


Die Kläger vertreten die Auffassung, dass sie von den beteiligten Finanzinstituten „jemals über die tatsächlichen Umstände“ der Geldanlage nicht informiert worden seien. Die ebenfalls verklagte Hauck Aufhäuser Fund Services S.A. weist den Vorwurf der Täuschung jedoch entschieden zurück.


Entscheidung liegt bei den Gerichten


Nach Einschätzung des unabhängigen Finanzanalysten Stefan Loipfinger wird letztlich die Justiz beurteilen müssen, ob die beteiligten Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen unangemessen hohe Risiken eingegangen sind oder tatsächlich getäuscht wurden. Ein erster Verhandlungstermin vor dem Landgericht Frankfurt ist bereits angesetzt und soll im Dezember stattfinden.

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