Nach Spahns Rücktritt: Union setzt auf Thorsten Frei als neuen Fraktionschef
- 22. Juli
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Nach übereinstimmenden Medienberichten haben sich die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darauf verständigt, Thorsten Frei (CDU) als neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag vorzuschlagen. Er soll damit die Nachfolge von Jens Spahn antreten. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete unter Berufung auf Parteikreise über die Einigung, nachdem zuvor bereits das ZDF und die Bild-Zeitung darüber informiert hatten. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Offizielle Vorstellung und Wahl stehen noch aus
Am Nachmittag ist eine Sitzung des Fraktionsvorstands angesetzt, an der auch die Vorsitzenden der Schwesterparteien teilnehmen. Dort soll Frei offiziell als Kandidat präsentiert werden. Bereits im Vorfeld fanden Beratungen innerhalb der Parteigremien sowie der Bundestagsfraktion statt.
Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst in einer Abstimmung der Fraktionsmitglieder. Dafür ist nach derzeitiger Planung am kommenden Mittwoch eine außerordentliche Sitzung in Berlin vorgesehen.
Frei bringt Erfahrung aus der Fraktionsführung mit
Thorsten Frei ist 52 Jahre alt und verfügt über langjährige Erfahrung in führenden Positionen der Unionsfraktion. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode war er als Parlamentarischer Geschäftsführer tätig und arbeitete eng mit dem damaligen Oppositionsführer Friedrich Merz zusammen.
Weitere Veränderungen in der Bundesregierung möglich
Ob der Wechsel an der Spitze der Unionsfraktion auch personelle Folgen für das Bundeskabinett haben wird, ist derzeit offen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte nach dem Rücktritt von Jens Spahn signalisiert, dass die aktuelle Situation Anlass für weitere Überlegungen bieten könnte.
Unverändert bleibt dabei seine Aussage: "Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken." Diese Einschätzung äußerte Merz im ZDF.
Rücktritt nach parteiinterner Kritik
Jens Spahn hatte sein Amt am Wochenende niedergelegt. Vorausgegangen war zunehmender Druck aus den eigenen Reihen. Auslöser war die öffentliche Mitteilung von Spahn und seinem Ehemann Daniel Funke, mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein.
Die Entscheidung löste Kritik aus, da Leihmutterschaft in Deutschland gesetzlich verboten ist und die CDU eine Legalisierung bislang ablehnt. Zudem hatte sich Spahn in der Vergangenheit selbst gegen eine entsprechende Freigabe ausgesprochen.

