Neue Militärstrategie: Bundeswehr soll bis 2039 zur stärksten konventionellen Armee Europas werden
- 22. Apr.
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Vor dem Hintergrund wachsender globaler Spannungen hat Deutschland erstmals eine umfassende militärische Leitlinie für seine Streitkräfte formuliert. Diese Strategie soll vor allem dazu beitragen, die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit im Bündnisrahmen der NATO auszubauen. Gleichzeitig wird angestrebt, die Bundeswehr bis zum Jahr 2039 zur „stärksten konventionellen Armee in Europa“ zu entwickeln, wie Verteidigungsminister Pistorius erklärte. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Verschärfte Sicherheitslage als Auslöser
Nach Einschätzung des Ministers war eine solche strategische Neuausrichtung lange nicht mehr so dringend wie heute. „wie in dieser historischen Phase“ sei sie notwendig geworden. Insbesondere seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine habe sich die Bedrohungslage deutlich zugespitzt. Darüber hinaus werde die bestehende internationale Ordnung stärker angezweifelt als „wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie“. Insgesamt sei die globale Situation unberechenbarer geworden – „und man muss auch sagen, gefährlicher“.
Drei Entwicklungsphasen bis 2039
Der Ausbau der Bundeswehr ist in mehrere Etappen unterteilt. Langfristig wird eine Gesamtstärke von rund 460.000 einsatzfähigen Kräften angestrebt, wobei auch Reservistinnen und Reservisten einbezogen sind.
Phase 1: Schneller Personalaufbau bis 2029
In der ersten Etappe liegt der Fokus auf einer raschen Vergrößerung des Personals. Ziel ist es, möglichst schnell eine hohe Einsatz- und Durchhaltefähigkeit zu erreichen. Laut Pistorius soll die Truppe „maximal durchhalte- und verteidigungsfähig zu sein“. Dabei gilt der personelle Ausbau als zentraler Faktor: Er sei der „wesentliche Schlüssel für die Maximierung unserer Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit“.
Phase 2: Anpassungsfähigkeit bis 2035
In der darauffolgenden Phase wird die Weiterentwicklung stärker an äußere Faktoren gekoppelt. Dazu zählen sowohl die Verfügbarkeit moderner Ausrüstung als auch Veränderungen in der Bedrohungslage. Parallel dazu sollen die deutschen Streitkräfte ihre Rolle innerhalb Europas weiter ausbauen und festigen.
Phase 3: Zukunftsorientierte Fähigkeiten
Ab 2039 richtet sich der Blick auf langfristige Entwicklungen und technologische Innovationen. In dieser Phase stehen insbesondere die „Fähigkeiten von übermorgen“ im Mittelpunkt, um auch künftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen gewachsen zu sein.

