Reform: Apotheken sollen künftig mehr Gesundheitsleistungen anbieten
- 14. Juni
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Nach der Zustimmung des Bundestages hat nun auch der Bundesrat grünes Licht für die geplante Reform des Apothekenwesens gegeben. Ziel der Neuregelungen ist es, die Rolle von Apotheken in der Gesundheitsversorgung auszubauen und das Angebot an medizinischen Dienstleistungen zu erweitern. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Erweiterung des Leistungsangebots
Künftig sollen Apotheken zusätzliche Aufgaben übernehmen können. Dazu zählen unter anderem Schutzimpfungen, Schnelltest-Angebote sowie bestimmte diagnostische Maßnahmen.
Eine wesentliche Änderung betrifft Impfungen: Apothekerinnen und Apotheker dürfen zukünftig grundsätzlich alle Impfungen mit Totimpfstoffen durchführen, beispielsweise gegen Tetanus. Bisher beschränkte sich das Angebot überwiegend auf Impfungen gegen Grippe und Covid-19.
Darüber hinaus werden nach entsprechender Qualifizierung auch Blutentnahmen bei erwachsenen Patientinnen und Patienten möglich. Diese können beispielsweise dazu dienen, die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung zu kontrollieren.
Medikamente in besonderen Situationen ohne Rezept
Die Reform schafft außerdem die Möglichkeit, bestimmte verschreibungspflichtige Arzneimittel in Ausnahmefällen auch ohne aktuelles Rezept abzugeben. Voraussetzung ist, dass die betroffene Person das Medikament bereits über einen längeren Zeitraum einnimmt und eine Unterbrechung der Therapie gesundheitliche Nachteile mit sich bringen könnte.
In solchen Fällen darf jedoch lediglich die kleinste verfügbare Packungsgröße gegen Selbstzahlung ausgegeben werden, und dies nur einmalig. Zusätzlich sollen bei "akuten, unkomplizierten Formen" bestimmter Erkrankungen Medikamente direkt in Apotheken erhältlich sein, ohne dass zuvor eine ärztliche Verschreibung vorliegen muss.
Offene Fragen zur Umsetzung
Welche Krankheitsbilder künftig genau unter diese Regelung fallen, ist bislang noch nicht abschließend festgelegt. Ausgenommen von einer solchen Abgabe bleiben Arzneimittel, bei denen ein erhöhtes Risiko für Missbrauch oder Abhängigkeit besteht.
Stärkung der Versorgung im ländlichen Raum
Mit den neuen Befugnissen soll insbesondere die medizinische Versorgung außerhalb großer Städte verbessert werden. Apotheken sollen dort künftig eine noch stärkere Rolle als wohnortnahe Anlaufstellen im Gesundheitswesen übernehmen.
Kritik von Ärzteseite
Widerspruch kommt von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die Organisation sieht insbesondere die Möglichkeit kritisch, verschreibungspflichtige Medikamente unter bestimmten Voraussetzungen ohne ärztliches Rezept abzugeben.

