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Reiche fordert Kurswechsel: Umfassende Reformen für mehr Arbeit, längere Erwerbszeiten und einen flexibleren Arbeitsmarkt

22. Dez. 2025
2 Min. Lesezeit

Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen wirtschaftlichen Entwicklung plädiert Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) für weitreichende Veränderungen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Ihrer Ansicht nach reicht der Koalitionsvertrag allein nicht aus, um die notwendigen Impulse zu setzen.


„Wir müssen Deutschland wieder zurück auf die Überholspur bringen“, erklärte Reiche gegenüber von t-online. Zugleich machte sie deutlich, dass es innerhalb der Koalition unterschiedliche Auffassungen gebe: „Der Koalitionsvertrag ist für mich die Basis unseres politischen Handelns, für die SPD ist der Koalitionsvertrag aber die Decke. Diese Decke müssen wir zwingend gemeinsam anheben.“


Mehr Arbeitsleistung als zentrales Ziel


Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen steht für die Ministerin die Ausweitung der geleisteten Arbeit in Deutschland. Klar formuliert sie: „Wir müssen in Deutschland insgesamt mehr arbeiten.“ Ein zentraler Hebel sei dabei das Rentensystem. Reiche betont, dass eine Debatte über die Dauer des Arbeitslebens unvermeidbar sei. Insbesondere müsse über eine längere Erwerbsphase gesprochen werden – „faktisch also auch über ein höheres Renteneintrittsalter“.


Arbeiten über das Rentenalter hinaus


Neben strukturellen Reformen fordert Reiche neue Anreize, um Menschen zu motivieren, auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze freiwillig beruflich aktiv zu bleiben. Gleichzeitig spricht sie sich klar gegen einen zu frühen Ausstieg aus dem Berufsleben aus. Ihre Kritik richtet sich vor allem an Unternehmen, die erfahrene Kräfte frühzeitig verlieren: „Es kann nicht sein, dass Unternehmen, die einerseits beklagen, keinen Nachwuchs zu haben, im gleichen Zuge gut qualifizierte Arbeitnehmer ab 61 in Altersteilzeit schicken.“


Vollzeit stärken, Teilzeit reduzieren


Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeitszeitgestaltung. Aus Sicht der Ministerin müsse der Anteil an Vollzeitbeschäftigung steigen. Um dies zu fördern, schlägt sie verschiedene Maßnahmen vor, etwa finanzielle Anreize über das Steuersystem oder bessere Betreuungsangebote für Kinder. „Um das zu erreichen, gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel steuerliche Anreize oder den Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder.“


Flexibler Kündigungsschutz gefordert


Abschließend spricht sich Reiche für Anpassungen im Arbeitsrecht aus. Der Kündigungsschutz solle ihrer Meinung nach beweglicher werden, ohne den Schutz besonders verletzlicher Gruppen aufzugeben. „Wir brauchen einen flexibleren Kündigungsschutz, der die Schwachen schützt, es den Unternehmen aber vor allem im Hochlohnbereich ermöglicht, schneller Personal abzubauen, wenn sie müssen.“

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