Seelische Not bei jungen Menschen: Warum immer mehr Kinder und Jugendliche psychisch erkranken
- 2. Nov. 2025
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Immer mehr junge Menschen kämpfen mit seelischen Belastungen. Studien weisen darauf hin, dass fast jedes fünfte Kind in Deutschland Anzeichen psychischer Auffälligkeiten zeigt. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Die Gründe dafür sind vielfältig – und oft liegen sie in den Lebensumständen oder Erfahrungen, die Kinder früh im Leben machen.
Ursachen und Risikofaktoren
Nicht jedes Kind reagiert gleich auf schwierige Situationen. Manche entwickeln erstaunliche Widerstandskraft, während andere stärker unter Belastungen leiden. Risikofaktoren erhöhen jedoch grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass psychische Störungen entstehen können. Zu diesen zählen insbesondere die soziale und finanzielle Lage, psychische Erkrankungen der Eltern sowie frühe traumatische Erfahrungen.
Soziale und finanzielle Lage
Kinder, die in finanziell schwierigen Verhältnissen aufwachsen, sind deutlich häufiger betroffen. Studien zeigen, dass psychische Auffälligkeiten bei Kindern aus einkommensschwachen Familien rund 2,5-mal häufiger vorkommen als bei Gleichaltrigen aus wohlhabenderen Haushalten.
Beengter Wohnraum, ständige Geldsorgen und Konflikte in der Familie können erheblichen Stress erzeugen. Umgekehrt wirken stabile soziale Kontakte und ein unterstützendes Umfeld als Schutzfaktoren – Kinder mit starken sozialen Netzwerken zeigen die geringsten psychischen Auffälligkeiten.
Wenn Eltern erkranken
Psychische Erkrankungen betreffen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern prägen oft auch das Familienleben. „Erkranken Eltern, wächst das Risiko der Kinder für eine psychische Erkrankung.“ Besonders kritisch ist es, wenn ein Elternteil selbst psychisch krank ist – in diesen Fällen entwickeln Kinder mehr als doppelt so häufig ebenfalls seelische Probleme. Ein offener Umgang mit der Erkrankung und stabile Bezugspersonen außerhalb der Familie können helfen, das Risiko zu verringern.
Frühe Traumata und ihre Folgen
Erlebnisse wie der Verlust eines Elternteils oder andere traumatische Ereignisse hinterlassen tiefe Spuren in der kindlichen Seele. „Traumatische Erlebnisse in der Kindheit [...] haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung.“ Solche Erfahrungen können die psychische Stabilität langfristig beeinträchtigen und dazu führen, dass Betroffene auch im Erwachsenenalter anfälliger für seelische Erkrankungen bleiben.
Langfristige Auswirkungen
Psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter verschwinden selten spurlos. „Wer als Kind oder Jugendliche:r psychisch erkrankt, ist auch als Erwachsene:r psychisch stärker gefährdet als andere.“ Mehr als die Hälfte aller psychischen Erkrankungen entwickelt sich bereits vor dem 19. Lebensjahr – ein Hinweis darauf, wie entscheidend frühe Unterstützung und Prävention sind.

