Sexkauf stoppen: Warken fordert Verbot und Schutz für Prostituierte nach Nordischem Modell
- 6. Nov. 2025
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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) setzt sich für eine umfassende Reform der deutschen Prostitutionsgesetzgebung ein. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
In einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" erklärte sie, dass Deutschland ein Sexkaufverbot mit klaren Strafregelungen benötige – ähnlich wie es bereits in mehreren anderen Ländern umgesetzt wurde. Ihr Ziel: „Deutschland darf nicht länger das Bordell Europas sein.“
Das Nordische Modell als Vorbild
Warken, die auch Vorsitzende der Frauen Union ist, wirbt für das sogenannte Nordische Modell. Dieses Konzept sieht vor, dass der Kauf sexueller Dienstleistungen sowie deren Vermittlung strafbar sind, während die Prostituierten selbst entkriminalisiert werden. Zugleich sollen sie Unterstützung und Hilfsangebote für den Ausstieg erhalten.
Bereits Länder wie Schweden, Norwegen, Island, Kanada, Nordirland, Frankreich, Irland und Israel haben diesen Ansatz erfolgreich eingeführt. Ziel ist es, den Druck und die Ausbeutung von Frauen im Sexgewerbe zu verringern und langfristig Alternativen zu schaffen.
Unterstützung aus der CDU-Spitze
Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) plädiert für eine Umsetzung des Nordischen Modells in Deutschland. Sie kritisierte die aktuelle Gesetzeslage scharf: Der bestehende rechtliche Rahmen schütze Prostituierte nicht ausreichend vor Gewalt, Abhängigkeit und Ausbeutung. Ihrer Ansicht nach bleibe Deutschland weiterhin „der Puff Europas“.
Aktuelle Rechtslage in Deutschland
Das derzeit gültige Prostituiertenschutzgesetz wurde im Jahr 2017 eingeführt. Es schreibt vor, dass Prostituierte sich registrieren müssen und dass Betriebe wie Bordelle eine behördliche Genehmigung benötigen. Kritikerinnen wie Warken und Klöckner halten diese Regelungen jedoch für unzureichend, da sie kaum Schutz vor Zwang, Missbrauch und Menschenhandel bieten.

