Social-Media-Verbot in Australien: Mehrheit der unter 16-Jährigen bleibt weiterhin online
- vor 5 Tagen
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Obwohl in Australien inzwischen ein gesetzliches Verbot für die Nutzung sozialer Netzwerke durch unter 16-Jährige gilt, sind die meisten Kinder und Jugendlichen weiterhin auf entsprechenden Plattformen unterwegs. Das geht aus einem Zwischenbericht der Aufsichtsbehörde „eSafety“ hervor. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Fehlende Alterskontrollen als zentrales Problem
Nach Einschätzung der Behörde liegt die Ursache vor allem darin, dass viele Plattformbetreiber bislang keine ausreichend wirksamen Verfahren zur Altersüberprüfung eingeführt haben. Dadurch sei es Minderjährigen weiterhin möglich, bestehende Konten zu nutzen oder neue Profile anzulegen.
Vor Einführung der gesetzlichen Regelung nutzten 86 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen mindestens einen altersbeschränkten Social-Media-Dienst. Drei Monate nach Inkrafttreten des Verbots lag dieser Anteil noch immer bei über 81 Prozent. Gleichzeitig stellten die Forschenden fest, dass Eltern seltener über die Online-Aktivitäten ihrer Kinder informiert waren.
"Die meisten unter 16-Jährigen, die bereits vor Beginn der Maßnahme über Social-Media-Konten verfügten, konnten diese entweder behalten oder in den drei Monaten neue Konten erstellen", so "eSafety".
Langzeitstudie untersucht Auswirkungen
Der veröffentlichte Bericht stellt die erste Auswertung einer auf zwei Jahre angelegten Längsschnittstudie dar. Insgesamt begleiten die Forschenden mehr als 4.000 Kinder sowie deren Familien, um die Folgen der australischen Altersgrenze für soziale Netzwerke wissenschaftlich fundiert und transparent zu bewerten.
Auch weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Australien, den USA und Großbritannien kommen in Fachpublikationen zu einem ähnlichen Ergebnis: Dem australischen Social-Media-Verbot wird bislang lediglich eine begrenzte Wirksamkeit zugeschrieben.

