Studie zeigt: 12-Uhr-Regel bringt Konzernen zusätzlichen Profit
- 27. Apr.
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Seit Anfang April gilt die sogenannte 12-Uhr-Regel für Kraftstoffpreise. Eine aktuelle Untersuchung legt nahe, dass diese Maßnahme den Mineralölunternehmen zusätzliche Einnahmen verschafft hat. Demnach sind die Margen bei den Benzinsorten E5 und E10 im Schnitt um etwa sechs Cent je Liter gestiegen. Beim Diesel zeigt sich hingegen kein klares Bild. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Unterschiede zwischen Anbietern
Auffällig ist, dass insbesondere kleinere Tankstellenketten sowie unabhängige Betreiber ihre Aufschläge deutlicher erhöht haben als große Konzerne. Letztere gingen vorsichtiger vor. Ein möglicher Grund dafür: „da sie als marktbeherrschende Akteure eher kartellrechtliche Prüfungen fürchten müssen“, erklärte DICE-Direktor Justus Haucap.
Regionale Abweichungen
Auch innerhalb Deutschlands gibt es spürbare Unterschiede. Besonders im Süden des Landes sind die Margen stärker gestiegen. Als Erklärung wird unter anderem die höhere Kaufkraft genannt, die dazu führen könnte, dass Kundinnen und Kunden eher bereit sind, höhere Preise zu akzeptieren.
Datengrundlage der Untersuchung
Für die Analyse wurden Preisdaten von etwa 15.000 Tankstellen ausgewertet. Betrachtet wurde jeweils ein Zeitraum von zwei Wochen vor sowie zwei Wochen nach Einführung der neuen Regelung.
Einschätzung des Wirtschaftsministeriums
Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums relativierte die Ergebnisse und wies darauf hin, dass die Studie die Lage „naturgemäß auch vereinfacht dar“ und „nicht beurteilen, welche Volumina zu den jeweiligen Preisen gekauft wurden, nur der Preis an der Tankstelle ist bekannt“. Gleichzeitig wurde die Untersuchung als hilfreicher Beitrag gewertet: Sie liefere einen „wertvoller Beitrag, um auch weitere Erkenntnisse zum Thema Preisbildung zu bekommen“. Zudem sei die 12-Uhr-Regel lediglich ein Bestandteil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, dessen Wirkung weiterhin überprüft werde.
Kritik aus der Branche
Der Branchenverband Fuels und Energie (en2x) widersprach den Schlussfolgerungen deutlich. Die Ergebnisse seien „nicht nachvollziehen“. Außerdem gelte: Höhere Preise bedeuteten „nicht automatisch höhere Gewinne“. In der Realität gebe es „zahlreiche Faktoren, die den Preis beeinflussen, die 12-Uhr-Regel ist nur eine davon“.

