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Tinder-Schwindler frei: Simon Leviev verlässt georgisches Gefängnis ohne Auflagen

  • 17. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Der Mann, der durch die Dokumentation „Der Tinder-Schwindler“ internationale Bekanntheit erlangte, ist wieder in Freiheit. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Simon Leviev, 35 Jahre alt, durfte nach rund zwei Monaten Gefängnisaufenthalt in Georgien die Haftanstalt verlassen. Seine Anwältin Mariam Kublaschwili erklärte, dass keine Bedingungen an seine Freilassung geknüpft seien, da deutsche Behörden ihren Antrag auf Auslieferung zurückgezogen hätten.


Hintergründe zur Festnahme


Leviev – mit bürgerlichem Namen Shimon Yehuda Hayut – war Mitte September am Flughafen der georgischen Stadt Batumi festgesetzt worden. Nach Aussage seiner Verteidigerin hatten Ermittler:innen aus Deutschland ein Verfahren angestrengt, weil eine Frau aus Berlin ihn beschuldigte, ihr bis zu 50.000 Euro abgeknöpft zu haben. Da sich dieser Vorwurf nicht ausreichend belegen ließ, wurde das Verfahren inzwischen eingestellt. Wäre es zu einer Verurteilung gekommen, hätte ihm eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren drohen können.


Vorwürfe aus der Vergangenheit


Zwischen 2017 und 2019 soll Leviev auf der Dating-Plattform Tinder als angeblich wohlhabender Millionärserbe unterwegs gewesen sein. Laut mehreren Berichtserstattungen habe er Frauen, die er dort traf, mit erfundenen Notsituationen unter Druck gesetzt und sie um hohe Geldbeträge gebeten. Rückzahlungen blieben aus. Seine Vorgehensweise zählt zu den extremen Varianten des sogenannten Catfishing, bei dem Täter im Netz eine falsche Identität annehmen, um finanziellen Nutzen zu ziehen.


Täuschung mit Luxus und Glamour


Um seine Rolle glaubhaft zu gestalten, soll Leviev seinen Opfern ein extravagantes Lifestyle-Bild präsentiert haben – inklusive angeblicher Bodyguards und Privatjets. Diese Illusion machte den Betrug nicht nur überzeugend, sondern auch aufwendig. Die 2022 erschienene Netflix-Dokumentation zeichnet die Erlebnisse mehrerer Betroffener nach. Demnach soll er Frauen in Ländern wie Norwegen, Finnland und Schweden um insgesamt rund 10 Millionen Dollar (etwa 8,5 Millionen Euro) gebracht haben.

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