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Urteil nach Amokfahrt: Lebenslange Haft und Unterbringung in psychiatrischer Klinik für Täter von Mannheim

18. Dez. 2025
2 Min. Lesezeit

Nach der folgenschweren Autofahrt am Rosenmontag hat das Landgericht Mannheim eine weitreichende Entscheidung getroffen: Der Angeklagte wird auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Zusätzlich verhängte das Gericht wegen Mordes und mehrfachen Mordversuchs eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil ist derzeit noch nicht endgültig.


Ablauf der Tat


Am 3. März steuerte der Mann sein Fahrzeug durch die Mannheimer Innenstadt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, 14 weitere wurden verletzt, einige davon schwer. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft fuhr der Täter zunächst mit mindestens 50 km/h in die Fußgängerzone ein, beschleunigte anschließend stark und lenkte sein Auto gezielt auf Passantinnen und Passanten zu. Eine 83-jährige Frau sowie ein 54-jähriger Mann erlagen noch am Tatort ihren Verletzungen.


Planung und psychischer Zustand


Zu Beginn des Prozesses erklärte die Verteidigung, der Angeklagte habe ursprünglich einen ähnlichen Angriff in Offenbach in Erwägung gezogen, wo sein Vater lebt. Kurzentschlossen habe er sich dann für Mannheim entschieden. Laut seinem Anwalt befand sich der 40-Jährige in einer schweren seelischen Ausnahmesituation. Er habe von innerer Wut, starken Selbstzweifeln und suizidalen Gedanken gesprochen und während der Tat selbst sterben wollen.


Fluchtversuch und Festnahme


Beim Versuch zu entkommen geriet der Mann in eine Sackgasse. Ein Taxifahrer blockierte daraufhin die Weiterfahrt. Um sich den Weg freizumachen, gab der Angeklagte mit einer Schreckschusswaffe einen Schuss auf die bereits beschädigte Windschutzscheibe des Taxis ab. Anschließend konnte er fliehen. Kurz darauf soll er sich die Waffe selbst in den Mund gehalten und abgedrückt haben, offenbar mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen. Er überlebte, versteckte sich und wurde wenig später von der Polizei entdeckt.


Hintergrund des Täters


Nach seiner Festnahme kam der Mann zunächst in ein Krankenhaus. Dort berichtete er von einer belastenden Kindheit, geprägt von Gewalt, Drogen und Alkohol. Zudem habe er kürzlich seine Arbeitsstelle verloren und damit auch den Krankenversicherungsschutz. Infolgedessen habe er wichtige Medikamente nicht mehr einnehmen können. Am Tattag sei für ihn „alles zusammengebrochen“, wie er es selbst beschrieben haben soll. Seitdem befand er sich in Untersuchungshaft.

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