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Weniger Straftaten 2025: Rückgang insgesamt, aber deutlicher Anstieg bei Sexualdelikten

21. Apr.
2 Min. Lesezeit

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland weniger Straftaten erfasst als in den beiden Jahren zuvor. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) weist rund 5,5 Millionen Fälle aus – ein Minus von 5,6 Prozent. Laut Innenminister Dobrindt (CSU) könnte die teilweise Legalisierung von Cannabis zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Entwicklung bei Gewalt- und Eigentumsdelikten


Auch bei schweren Gewalttaten zeigt sich ein leichter Rückgang: Die Zahl sank auf etwa 212.300 Fälle, was einem Minus von 2,3 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Ein deutlicheres Absinken wurde bei Diebstählen festgestellt – hier lag der Rückgang bei 6,5 Prozent.


Zunahme bei Sexualdelikten


Im Gegensatz zu anderen Bereichen verzeichnete die Polizei mehr Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung sowie besonders schweren sexuellen Übergriffen. Insgesamt wurden 14.454 Fälle registriert, ein Anstieg um 8,5 Prozent. Nach Angaben des Bundeskriminalamts stammen die Tatverdächtigen in Vergewaltigungsfällen meist aus dem persönlichen Umfeld der Opfer – häufig handelt es sich um Bekannte, Freund:innen oder (ehemalige) Partner:innen. Zudem sind 98,6 Prozent der Beschuldigten männlich. BKA-Präsident Münch erklärte, dass der Anstieg vermutlich auch damit zusammenhängt, dass Betroffene häufiger Anzeige erstatten.


Kritik an der Aussagekraft der Statistik


Die PKS steht seit Jahren unter Beobachtung, da sie nur das sogenannte „Hellfeld“ abbildet – also ausschließlich Taten, die tatsächlich gemeldet wurden. Fachleute aus der Kriminologie weisen darauf hin, dass insbesondere Delikte wie sexuelle Belästigung oder Gewalt gegen Kinder oft aus Scham oder aufgrund von Abhängigkeiten nicht angezeigt werden oder erst nach langer Zeit. Diese nicht erfassten Fälle werden als „Dunkelfeld“ bezeichnet und fehlen vollständig in der Statistik.


Erfasste Taten ≠ Verurteilungen


Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Interpretation der Zahlen: Die PKS dokumentiert lediglich Verdachtsfälle, nicht jedoch gerichtliche Urteile. Tatsächlich führt nur etwa ein Drittel der ermittelten Tatverdächtigen zu einer Verurteilung – rund 30 Prozent.

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