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Achtsamkeit im Alltag: Was wir aus vergangenen Freundschaften lernen können

Nicht nur Liebesbeziehungen zerbrechen – auch Freundschaften können versanden. Mal schleicht sich das Gefühl ein, dass Gespräche zäh werden. Mal merkt man, dass man das Leben der anderen Person kaum noch nachvollziehen kann. Und manchmal stehen für eine Seite plötzlich ganz andere Dinge im Vordergrund. Mehr dazu jetzt in "Mindful Monday" im LSJonline-Mittagsmagazin.


So oder so bleibt eine Erkenntnis, die viele überrascht: Auch enge Verbindungen zwischen Freund:innen sind nicht automatisch für die Ewigkeit. Gerade in jungen Jahren glauben wir gern, dass Partnerschaften kommen und gehen – Freundschaften jedoch bleiben. Die Realität ist oft komplexer. Ob wir selbst Abstand nehmen, die andere Person geht oder sich alles langsam auseinanderentwickelt:


Jede dieser Erfahrungen trägt eine Lektion in sich.


1. Abschiede schärfen den Blick für das, was bleibt

Wenn eine Freundschaft endet, fühlt sich das erst einmal wie ein Verlust an. Und das ist es auch. Gleichzeitig rückt so ein Bruch oft die Menschen ins Licht, die weiterhin an unserer Seite stehen.


Plötzlich wird deutlicher, wer uns wirklich versteht, wer uns Energie schenkt und bei wem wir uns nicht erklären müssen. Alte Verletzungen lassen die stabilen, warmen Verbindungen umso heller erscheinen.


Manchmal zeigt uns eine beendete Freundschaft also vor allem, wie wertvoll die intakten sind.


2. Trauer um Freundschaften ist echte Trauer

Der Schmerz über das Ende einer Freundschaft wird häufig unterschätzt. Dabei kann er sich genauso intensiv anfühlen wie Liebeskummer – manchmal sogar ähnlich lang anhalten.


Wir investieren Gefühle, Vertrauen und gemeinsame Erinnerungen. Wenn das wegbricht, entsteht eine Lücke. Und es braucht Mut, sich einzugestehen, dass dieser Abschied wirklich weh tut.


Doch wie so oft gilt: Die Trauer bewusst zuzulassen, nimmt ihr Stück für Stück die Schwere. Erst wenn wir anerkennen, dass uns etwas fehlt, kann Heilung beginnen.


3. Vertrautheit verpflichtet nicht für immer

Besonders bei langjährigen Wegbegleiter:innen hinterfragen wir selten, ob wir heute noch zueinander passen. Gemeinsame Schuljahre, Urlaube oder Insiderwitze können das Gefühl erzeugen, diese Verbindung müsse automatisch bestehen bleiben.


Doch Menschen verändern sich. Manchmal wachsen wir zusammen, manchmal in verschiedene Richtungen. Und manchmal stellen wir fest, dass uns die Person, die heute vor uns steht, nicht mehr wirklich entspricht – selbst wenn die Vergangenheit voller schöner Momente war.


Es ist kein Verrat an früheren Zeiten, sich einzugestehen, dass eine Freundschaft nicht mehr trägt. Niemand ist verpflichtet, Nähe aufrechtzuerhalten, nur weil sie einmal selbstverständlich war.

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