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Gelassen statt laut: So gelingt eine entspanntere Kommunikation mit Kindern

  • 2. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Eigentlich möchten die meisten Eltern ihre Kinder nicht anschreien. Schließlich wissen wir selbst, wie unangenehm es ist, wenn jemand mit erhobener Stimme mit uns spricht. Trotzdem gibt es Situationen, in denen die Geduld schwindet: Das Handy wird nicht weggelegt, Aufgaben werden ignoriert oder das Chaos im Kinderzimmer bleibt trotz mehrmaliger Bitte bestehen.


Mehr dazu heute in MOMMYTIME.


Viele Eltern erleben dann das Gefühl: Erst wenn ich laut werde, passiert etwas. Doch genau das ist ein Trugschluss, sagt die amerikanische Erziehungsexpertin Celia Kibler. Kinder brauchen keine schreienden Eltern, um zuzuhören. Entscheidend sind vielmehr bestimmte Verhaltensweisen, die im Familienalltag konsequent umgesetzt werden.


Der erste Schritt besteht darin, die eigene Rolle anzuerkennen: Nicht das Kind ist verantwortlich für die Lautstärke in der Familie, sondern die Erwachsenen bestimmen maßgeblich die Stimmung zu Hause. Eltern sind Vorbilder und prägen durch ihr Verhalten, wie Konflikte gelöst werden.


1. Ruhig bleiben – und notfalls Abstand gewinnen

Wenn wir merken, dass die Wut immer größer wird und wir kurz davor sind, die Kontrolle zu verlieren, hilft oft nur eine Unterbrechung. Den Raum zu verlassen, kurz Abstand zu gewinnen oder eine Pause einzulegen, kann verhindern, dass aus Frust verletzende Worte entstehen.


Erst wenn sich die Situation beruhigt hat, sollte das Gespräch weitergeführt werden. Mit etwas Abstand fällt es leichter, eine Lösung zu finden, statt aus der Emotion heraus zu reagieren.


2. Gemeinsam Regeln und Konsequenzen festlegen

Immer wiederkehrende Konflikte – etwa Streit zwischen Geschwistern, übermäßige Bildschirmzeit oder heimliches Naschen – lösen sich selten durch Ermahnungen oder Schreien.


Hilfreicher ist es, gemeinsam mit den Kindern klare Regeln aufzustellen und vorher zu besprechen, welche Folgen ein bestimmtes Verhalten hat. Wenn Kinder an diesen Vereinbarungen beteiligt sind, können sie sie oft besser nachvollziehen und akzeptieren.


Wichtig ist dabei vor allem die Konsequenz: Eine angekündigte Folge sollte auch tatsächlich umgesetzt werden. So lernen Kinder, dass Absprachen ernst genommen werden.


3. Die Kommunikation ohne Worte verbessern

Unsere Botschaften bestehen nicht nur aus gesprochenen Sätzen. Auch Körpersprache, Gesichtsausdruck und Tonfall beeinflussen, wie unsere Worte ankommen.


Deshalb lohnt es sich, die eigene Kommunikation bewusst zu beobachten: Wirkt unsere Stimme respektvoll? Begegnen wir unseren Kindern und unserem Partner wirklich aufmerksam? Welche Stimmung vermitteln wir durch unsere Haltung?


Wer diese Signale wahrnimmt, kann Schritt für Schritt lernen, ruhiger und wertschätzender zu kommunizieren.


4. Einen festen Familienrat einführen

Ein regelmäßiges gemeinsames Gespräch kann helfen, Spannungen frühzeitig aufzufangen. Beim Familienrat bekommt jedes Familienmitglied die Möglichkeit, Sorgen, Wünsche oder Ideen anzusprechen.


Dabei geht es nicht darum, Kritik zu verteilen, sondern gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Besonders wichtig ist, dass auch Kinder ernst genommen werden und erleben, dass ihre Vorschläge zählen. Wenn einige ihrer Ideen tatsächlich umgesetzt werden, stärkt das ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit.


5. Geduldig bleiben und Veränderungen Zeit geben

Eine harmonischere Familienatmosphäre entsteht nicht innerhalb weniger Tage. Neue Kommunikationsformen müssen erst zur Gewohnheit werden.


Wer dauerhaft ruhiger reagieren, Absprachen einhalten und regelmäßig miteinander sprechen möchte, braucht Ausdauer. Alte Muster verschwinden nicht sofort – aber mit Geduld können sich neue Wege entwickeln.


Über Celia Kibler


Celia Kibler ist eine US-amerikanische Elternberaterin und Autorin mehrerer Erziehungsratgeber. Nach eigenen Angaben hat sie fünf Kinder in einer Patchwork-Familie großgezogen, ohne sie anzuschreien. Seit mehreren Jahrzehnten begleitet sie Eltern und beschäftigt sich mit gewaltfreier und respektvoller Kommunikation in Familien.

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