Liebe oder Illusion: Vier Warnzeichen, die zeigen, wann eine Beziehung dir nicht guttut
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Zuneigung zeigt sich auf viele Arten. Doch nicht jedes Verhalten, das als „Liebe“ verkauft wird, ist auch wirklich liebevoll.
Mehr dazu heute im #LOVETALK.
In stabilen Beziehungen gibt es Raum für Macken, Meinungsverschiedenheiten und Reibung. Manche Dinge jedoch überschreiten eine Grenze – vor allem dann, wenn sie sich wiederholen und zur Belastung werden.
Die Psychologin Randi Gunther beschreibt in ihrer Arbeit und in einem Beitrag für Psychology Today, welche Muster ihr in der Paartherapie besonders häufig begegnen – und warum sie Warnzeichen für eine ungesunde Partnerschaft sein können.
4 Warnzeichen für eine ungesunde Partnerschaft
Wenn Liebe den Rest der Welt verdrängt
Gerade zu Beginn einer Beziehung rückt oft alles andere in den Hintergrund. Freundschaften, Familie, Hobbys – vieles wird auf später verschoben, weil die Beziehung oberste Priorität hat. Problematisch wird es, wenn unausgesprochen erwartet wird, dass das Umfeld sich dauerhaft an die Partnerschaft anpasst.
Spätestens wenn die erste Verliebtheit abflaut, zeigt sich: Das Leben außerhalb der Beziehung ist nicht verschwunden. Arbeit, soziale Kontakte, finanzielle Themen oder persönliche Interessen brauchen weiterhin Aufmerksamkeit. Eine Partnerschaft sollte Platz im Leben haben – aber nicht alles andere ersetzen.
Kontrolle, die sich als Fürsorge tarnt
Interesse am Leben des anderen ist normal. Doch wenn aus Nachfragen Überwachung wird oder Entscheidungen zunehmend abgenommen werden, läuft etwas schief. Manche Menschen rechtfertigen ihr kontrollierendes Verhalten mit Sorge oder Schutzinstinkt – tatsächlich geht es dabei aber oft um Macht.
Besonders kritisch wird es, wenn versucht wird, den:die Partner:in von Freund:innen oder vertrauten Personen fernzuhalten oder Schuldgefühle und Druck eingesetzt werden. Eine gesunde Beziehung stärkt Eigenständigkeit und Urteilsvermögen, statt sie zu untergraben. Vertrauen ist dabei keine Option, sondern Grundlage.
Der Wunsch nach völliger Übereinstimmung
Viele glauben, eine „perfekte“ Beziehung zeichne sich dadurch aus, dass beide immer gleich denken, fühlen und wollen. In der Realität ist das weder möglich noch erstrebenswert. Unterschiedliche Interessen, Meinungen und Lebensrhythmen sorgen für Dynamik und Entwicklung.
Wer sich dauerhaft verbiegt, um möglichst kompatibel zu erscheinen, verliert auf lange Sicht Energie – und sich selbst. Es ist vollkommen legitim, Dinge getrennt zu erleben und eigene Wege zu gehen. Gerade diese Unterschiede können eine Beziehung lebendig halten und neue Facetten am anderen sichtbar machen.
Große Versprechen, die niemand halten kann
„Du bist immer meine Nummer eins“ oder „Ich werde alles für dich stehen und liegen lassen“ klingen romantisch, setzen aber unrealistische Erwartungen. Das Leben verändert sich: Verantwortung wächst, Prioritäten verschieben sich, neue Herausforderungen kommen hinzu.
Eine Partnerschaft kann wichtig sein, ohne ständig über allem zu stehen. Menschen brauchen Raum für sich, für persönliche Ziele und Erfahrungen außerhalb der Beziehung. Wer diese Freiheit zulässt, bringt neue Impulse mit – und stärkt damit oft genau das, was erhalten werden soll: Nähe und Verbundenheit.



