Milchprodukte werden teurer: Trockenheit, Nachfrage und Wettereffekte setzen Preise unter Druck
Für Verbraucher könnte der Einkauf von Milch, Joghurt und Quark in absehbarer Zeit teurer werden. Der Milchindustrie-Verband rechnet mit deutlich höheren Preisen und hält eine solche Entwicklung nach eigenen Angaben für notwendig. Das teilte der Verband gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Weniger Milch trifft auf hohe Nachfrage
Als einen wesentlichen Grund nennt die Branche die derzeit starke Nachfrage nach Milch und daraus hergestellten Produkten. Gleichzeitig ist das Angebot unter Druck geraten. Die sommerliche Trockenheit hat dem Verband zufolge in Teilen Deutschlands und Europas deutliche Auswirkungen auf die Milchproduktion gehabt. Regional ging die Menge der angelieferten Milch erheblich zurück.
Globale Entwicklungen könnten Angebot zusätzlich belasten
Neben den europäischen Wetterbedingungen könnte auch die weltweite Entwicklung der Milchproduktion eine Rolle spielen. Fachleute erwarteten aufgrund eines ausgeprägten El-Niño-Effekts im tropischen Pazifik eine mögliche Verringerung des globalen Milchangebots. Das Wetterphänomen kann insbesondere in bedeutenden Regionen der internationalen Milcherzeugung und des Exports zu längeren Trockenperioden führen. Dadurch könnte sich das verfügbare Angebot auf den Weltmärkten weiter verringern.
Proteinmarkt sorgt für zusätzliche Nachfrage
Auch die zunehmende Nachfrage nach proteinreichen Produkten beeinflusst den Markt. Kerstin Keunecke von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) verweist dabei insbesondere auf Molkenproteinkonzentrate. Diese seien aktuell besonders gefragt. Die Entwicklung betrifft damit nicht nur klassische Milchprodukte, sondern auch Bestandteile der Milch, die in der Lebensmittel- und Proteinindustrie verarbeitet werden.
Bauern fordern einen größeren Anteil an den Erlösen
Von möglichen Preissteigerungen möchten auch die Milchviehhalter profitieren. Der Bauernverband fordert deshalb, dass höhere Einnahmen nicht ausschließlich bei anderen Stationen der Lieferkette verbleiben. Der Vizepräsident des Bauernverbandes und Milchpräsident Karsten Schmal erklärte, wer künftig hochwertige Milchprodukte aus heimischer Erzeugung wolle, müsse sicherstellen, „dass steigende Erlöse fair entlang der Wertschöpfungskette verteilt werden und bei den Milcherzeugern ankommen“.

