Studie zeigt: Warum immer mehr Menschen sich digitale Partner vorstellen können
- 20. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Liebe, Intimität und Sexualität gelten traditionell als zutiefst menschliche Erfahrungsräume. Mit dem Einzug von KI in den privaten Alltag rücken jedoch Beziehungen in greifbare Nähe, die lange eher der Science-Fiction zugeschrieben wurden. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Einordnung der Studie
Diese Entwicklung wird durch die repräsentative Untersuchung „KI-Nutzung im privaten Alltag 2026“ der Pronova BKK gestützt. Befragt wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren, die in einem Haushalt mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren leben.
Einstellungen zu KI-Beziehungen in der Bevölkerung
Die Ergebnisse zeigen, dass 22% der deutschen Befragten sich grundsätzlich vorstellen können, eine romantische oder erotische Beziehung mit einem KI-Chatbot einzugehen. Innerhalb dieser Gruppe sehen 44% eine solche Beziehung als Ergänzung zu einer bestehenden Partnerschaft, während 56% sie sogar als vollständigen Ersatz für eine menschliche Beziehung betrachten.
Unterschiede zwischen Altersgruppen
Besonders deutlich wird diese Offenheit bei jüngeren Teilnehmenden. Unter den 18- bis 29-Jährigen in Partnerschaften geben 45% an, sich eine romantisch-erotische Bindung zu einem KI-Chatbot vorstellen zu können. Von diesen wiederum halten 65% eine solche digitale Beziehung nicht nur für eine Ergänzung, sondern für eine mögliche Alternative zu einer menschlichen Partnerschaft.
Einschätzungen zur Zukunft von Beziehungen
Auch bei den allgemeinen Zukunftserwartungen zeigen sich Unterschiede nach Geschlecht und insgesamt ein gewisser Wandel im Denken: 36% der Männer und 26% der Frauen gehen davon aus, dass KI menschliche Partnerschaften künftig zumindest teilweise ersetzen könnte. Insgesamt glauben 28% der Befragten zudem, dass virtuelle Partner langfristig eine ähnliche gesellschaftliche Anerkennung wie reale Beziehungen erhalten könnten.
Meinung der Expertin
„KI bietet vermeintlich genau das, wonach sich viele Menschen sehnen: emotionale Sicherheit. [...] Nur kann KI keine menschliche Partnerschaft ersetzen. Diese lebt von gemeinsamem Wachstum, körperlicher Nähe, Spannungen und echter Wechselseitigkeit mit emotionaler Tiefe und Resonanz", so ordnet Patrizia Thamm, Referentin für Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK sowie Trainerin für Resilienz und Achtsamkeit, die Studienergebnisse ein und verweist auf die Grenzen digitaler Beziehungsformen.

