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Ticketmarkt außer Kontrolle: Musikbranche fordert härtere Gesetze gegen Wucherpreise und Betrug

  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Vertreter:innen aus der Musikbranche machen sich mit einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung für schärfere Maßnahmen gegen überhöhte Ticketpreise und Betrug beim Weiterverkauf stark. Unterstützt wird die Initiative nicht nur von bekannten Künstler:innen, sondern auch von Konzertveranstaltern, Agenturen und Branchenverbänden. Mehr dazu in den VIP-News.


Die Unterzeichnenden kritisieren vor allem den kommerziellen Weiterverkauf von Eintrittskarten zu stark überteuerten Preisen. Ihrer Ansicht nach profitieren davon ausschließlich Zwischenhändler, während Fans und Kulturschaffende gleichermaßen benachteiligt würden.


Christopher Annen, Vorsitzender des Verbands Pro Musik und Mitinitiator des offenen Briefs, erklärt: „Dass Einzelne sich auf Kosten der Fans bereichern, indem sie Tickets zu Wucherpreisen weiterverkaufen, wollen wir nicht mehr hinnehmen.“


Kritik an Zweitmarkt und fehlender Regulierung


Nach Ansicht der Musiker:innen fließen die hohen Summen, die Käufer:innen auf dem Zweitmarkt zahlen, nicht zurück in die Kulturbranche. Stattdessen gehe das Geld an Händler, die keinen Beitrag zur Entstehung oder Durchführung von Konzerten leisten.


Besonders problematisch sei zudem der Handel mit gefälschten Eintrittskarten. Viele Fans würden erhebliche Beträge bezahlen und erst am Veranstaltungsort feststellen, dass ihre Tickets ungültig seien.


Die Branche fordert deshalb politische Unterstützung und klare gesetzliche Vorgaben. Laut den Initiator:innen existieren in mehreren europäischen Staaten sowie in den USA bereits Regelungen gegen Ticketspekulation und Betrug. Deutschland hingegen gelte weiterhin als kaum regulierter Markt.


Konkrete Forderungen an die Politik


Im Zentrum der Forderungen stehen strengere Vorgaben für den Weiterverkauf von Konzertkarten. Veranstalter sollen künftig selbst entscheiden dürfen, über welche Plattformen Tickets weiterverkauft werden können. Darüber hinaus verlangen die Unterzeichnenden eine Preisgrenze: Gewerbliche Anbieter sollen beim Weiterverkauf maximal 25 Prozent auf den ursprünglichen Ticketpreis aufschlagen dürfen.


Außerdem richtet sich die Kritik gegen den Einsatz automatisierter Kaufsoftware, mit der große Mengen an Tickets innerhalb kürzester Zeit erworben werden. Auch solche sogenannten Bots müssten gesetzlich verboten werden, um faire Chancen für Fans zu gewährleisten.

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