Urteil nach tödlichem Livestream: Bewährungs- und Geldstrafen für zwei Beteiligte
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Rund ein Jahr nach dem Tod eines französischen Livestreamers hat ein Gericht in Nizza das Urteil gegen zwei Mitbeteiligte gesprochen. Die beiden Männer, die den Kanal gemeinsam betrieben hatten, wurden wegen ihrer Rolle in den Ereignissen schuldig gesprochen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Der 24-jährige Owen Cenazandotti, der im Internet unter dem Namen Naruto bekannt ist, erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro. Sein 27-jähriger Mitangeklagter Safine Hamadi wurde zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren und einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt.
Zusätzlich ordnete das Gericht an, dass beide sechs Monate lang keine sozialen Netzwerke nutzen dürfen. Außerdem wurde ihre komplette Computer- und IT-Ausrüstung beschlagnahmt.
Schockierender Todesfall sorgte für Aufsehen
Der Tod des Streamers Jean Pormanove hatte im vergangenen Sommer in Frankreich große Bestürzung ausgelöst. Während seiner Livestreams war der 46-Jährige wiederholt körperlichen Übergriffen ausgesetzt. Die beiden nun verurteilten Männer waren für den Kanal verantwortlich, auf dem Pormanove wenige Stunden vor seinem Tod erneut misshandelt wurde.
Später erlitt der Streamer im Schlaf einen Erstickungsanfall, an dessen Folgen er verstarb. Die rechtsmedizinische Untersuchung kam jedoch zu dem Ergebnis, dass nicht die Misshandlungen die unmittelbare Todesursache waren, sondern ein medizinischer Hintergrund.
Extreme Challenges als Teil der Inhalte
Jean Pormanove hatte sich auf verschiedenen Plattformen eine große Fangemeinde aufgebaut. Neben Gaming-Inhalten gehörten auch immer wieder riskante und extreme Herausforderungen zu seinen Übertragungen, an denen er freiwillig teilnahm.
Kurz vor seinem Tod deutete jedoch vieles darauf hin, dass er die Situation nicht länger ertragen wollte. Nach Angaben des Senders BFMTV schrieb er seiner Mutter: „Ich habe es satt, ich will weg“.
Ermittlungen hatten bereits zuvor begonnen
Schon vor dem Todesfall war die Staatsanwaltschaft auf mögliche Misshandlungen aufmerksam geworden und hatte mehrere Beteiligte zu den Livestreams befragt. Damals erklärten sowohl die Mitwirkenden als auch Pormanove selbst, die Szenen seien inszeniert gewesen und dienten ausschließlich der Unterhaltung sowie dem gemeinsamen Geldverdienen.

