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Vorhersage: El Niño könnte außergewöhnliche Wetterlagen auslösen

3. Sept.
1 Min. Lesezeit

Ein besonders intensives El-Niño-Ereignis zeichnet sich ab. Nach Einschätzung der Weltwetterorganisation (WMO) könnte die aktuelle Entwicklung eine Stärke erreichen, wie sie seit Beginn entsprechender Messungen vor rund vier Jahrzehnten nicht beobachtet wurde. Mehr dazu in den Klima-News.


Auslöser ist die ungewöhnliche Erwärmung des tropischen Pazifiks. Die Temperaturen an der Meeresoberfläche liegen derzeit rund 2,2 bis 2,6 Grad über dem üblichen Mittelwert. Noch deutlicher fällt die Erwärmung unterhalb der Wasseroberfläche aus: Dort wurden im Juli und zu Beginn des Augusts stellenweise mehr als acht Grad über den normalen Werten gemessen.


Auswirkungen reichen weit über den Pazifik hinaus


Die aufgeheizten Meeresgebiete beeinflussen die Atmosphäre. Warme und feuchte Luft steigt auf und verändert dadurch großräumige Wind- und Zirkulationssysteme. Diese Veränderungen können je nach Region völlig unterschiedliche Folgen haben.


Während beispielsweise Australien, Indonesien und Teile des südlichen Afrikas mit ungewöhnlicher Trockenheit und ausgeprägten Dürren rechnen müssen, können andere Gebiete deutlich mehr Niederschlag erhalten. Dazu zählen unter anderem die Westküste Südamerikas, Ostafrika und Teile des Südens der USA. Überschwemmungen und andere extreme Wetterereignisse sind dort entsprechend wahrscheinlicher.


Europa bleibt voraussichtlich weitgehend verschont


Direkte Auswirkungen besonders heftiger El-Niño-Wetterlagen dürften Europa nach derzeitiger Einschätzung nicht in gleichem Maße treffen. Trotzdem könnten die veränderten atmosphärischen Strömungen auch hier spürbar werden.


Möglicherweise entwickelt sich der europäische Winter zunächst vergleichsweise mild. Ab Januar könnte sich die Wetterlage jedoch umkehren und deutlich kältere Temperaturen bringen. Eine zuverlässige Vorhersage für den gesamten Winter ist derzeit allerdings nicht möglich.


Auch die Versorgung könnte betroffen sein


Die Folgen beschränken sich zudem nicht auf das Wetter. Länger anhaltende Dürren können in verschiedenen Teilen der Welt die Produktion wichtiger Grundnahrungsmittel beeinträchtigen. Wissenschaftler sehen deshalb mögliche Risiken für die globale Lebensmittelversorgung.

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