Was Kinder über Liebe lernen: Vier Dinge, die Eltern besser vermeiden
Eine Partnerschaft verändert sich, sobald Kinder da sind. Zwischen Arbeit, Haushalt, Erziehung und wenig Schlaf bleibt oft kaum Raum für Zweisamkeit – und entsprechend schnell entstehen Spannungen.
Mehr dazu heute in MOMMYTIME.
Trotzdem betrifft die Beziehung zwischen den Eltern nicht mehr nur das Paar selbst. Kinder beobachten sehr genau, wie ihre Eltern miteinander sprechen, Konflikte lösen und einander behandeln. Dadurch entsteht für sie ein wichtiges Bild davon, wie Nähe, Respekt und Liebe in einer Partnerschaft aussehen können.
Umso wichtiger ist es, bestimmte Verhaltensmuster nicht zum Alltag werden zu lassen.
1. Eine perfekte Beziehung vorspielen
Kinder müssen nicht glauben, dass ihre Eltern sich immer einig sind. Im Gegenteil: Meinungsverschiedenheiten gehören zu jeder Beziehung und können sogar lehrreich sein.
Entscheidend ist, wie Eltern miteinander streiten. Lautstarke Beschimpfungen, persönliche Angriffe oder endlose Auseinandersetzungen sollten möglichst nicht vor dem Kind stattfinden. Solche Situationen können verunsichern und dazu führen, dass ein Kind den Konflikt auf sich bezieht.
Wird dagegen ruhig diskutiert, zugehört und nach einer gemeinsamen Lösung gesucht, erlebt das Kind, dass unterschiedliche Meinungen eine Beziehung nicht automatisch gefährden. Es lernt, dass Konflikte respektvoll gelöst werden können.
2. Den Partner vor dem Kind bloßstellen
Bei Erziehungsfragen müssen Eltern nicht immer dieselbe Meinung vertreten. Unterschiedliche Vorstellungen sind völlig normal. Problematisch wird es jedoch, wenn ein Elternteil die Entscheidung des anderen regelmäßig vor dem Kind untergräbt.
Ein Beispiel: Ein Elternteil erlaubt unter der Woche eine bestimmte Bildschirmzeit, während der andere das anders handhaben möchte. Statt vor dem Kind sofort einzugreifen oder den Partner zurechtzuweisen, sollten die beiden Erwachsenen das Thema untereinander besprechen.
Dabei muss nicht zwangsläufig eine einzige Regel für alle Situationen entstehen. Es können auch unterschiedliche Vereinbarungen gelten – solange beide Elternteile die Position des anderen respektieren.
3. Nur noch Mama und Papa sein
Mit Kindern verändert sich der Alltag massiv. Termine, Hausaufgaben, Einkäufe und Verpflichtungen bestimmen schnell einen Großteil der gemeinsamen Zeit. Dabei kann die Paarbeziehung leicht in den Hintergrund rücken. Doch Eltern sind nicht ausschließlich Eltern. Sie sind auch Partner, die miteinander lachen, reden, ausgehen und Zuneigung zeigen möchten.
Deshalb sind gemeinsame Momente ohne Kind kein unnötiger Luxus. Ein Abend zu zweit, ein gemeinsames Wochenende oder einfach regelmäßige Zeit füreinander kann dabei helfen, die Verbindung als Paar aufrechtzuerhalten.
Davon profitieren letztlich auch die Kinder: Sie erleben Eltern, die nicht nur organisatorisch zusammenarbeiten, sondern sich auch als Paar wertschätzen.
4. Den Frust über den Partner beim Kind abladen
Es gibt Tage, an denen der Partner einen zur Verzweiflung bringt. Vielleicht ist er unaufmerksam, vielleicht übernimmt sie zu wenig oder eine bestimmte Angewohnheit geht einem einfach auf die Nerven. Trotzdem sollten Kinder nicht zu Vertrauten werden, bei denen ein Elternteil seinen Ärger über den anderen ablädt.
Das ist besonders schwierig, weil ein Kind beide Eltern liebt. Wird beispielsweise in seiner Gegenwart ständig schlecht über Mama oder Papa gesprochen, gerät es leicht in einen Loyalitätskonflikt. Es sollte nicht das Gefühl bekommen, sich für eine Seite entscheiden oder einen Elternteil gegen den anderen verteidigen zu müssen.
Besser ist es, Beziehungsprobleme dort zu klären, wo sie hingehören: zwischen den Erwachsenen. Ein offenes Gespräch, Unterstützung durch Freunde oder – wenn nötig – professionelle Paarberatung können dabei hilfreicher sein, als das Kind zum Zuhörer zu machen.



