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358.000 Euro ergaunert: Frau gesteht vorgetäuschte Krebserkrankung ihres Sohnes

  • vor 1 Stunde
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Vor dem Landgericht Gießen hat eine 42 Jahre alte Frau zu Beginn ihres Prozesses eingeräumt, Spendengelder durch falsche Angaben über die Gesundheit ihres Sohnes erhalten zu haben. Insgesamt soll sie auf diese Weise rund 358.000 Euro erlangt haben. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten gewerbsmäßigen Betrug in insgesamt 13 Fällen vor. Darüber hinaus stehen zwei Fälle von Urkundenfälschung im Raum.


Medizinische Untersuchungen ohne besorgniserregenden Befund


Ausgangspunkt der späteren Täuschung soll eine Untersuchung des damals zwischen fünf und acht Jahre alten Jungen gewesen sein. Dabei war zunächst ein Befund festgestellt worden, der sich anschließend jedoch als unbedenklich erwies. Eine medizinische Behandlung war nach Angaben der Anklage nicht notwendig.


Auch eine weitere Untersuchung in einer Klinik in der Schweiz habe keinen Anlass für eine Therapie ergeben. Die dortigen Ärzte seien ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass keine entsprechende Erkrankung vorliege.


Angebliche Krebserkrankung als Grundlage für Spendenaufrufe


Trotz der unauffälligen Untersuchungsergebnisse soll die Frau anschließend eine schwere Erkrankung ihres Sohnes erfunden haben. Nach Darstellung der Anklage behauptete sie, der Junge sei an schwarzem Hautkrebs erkrankt und müsse dringend eine seltene sowie kostspielige Behandlung in den USA erhalten.


Die entsprechenden Spendenaufrufe stießen laut Staatsanwalt Kai Karges auf große Hilfsbereitschaft. Sowohl einzelne Privatpersonen als auch gemeinnützige Organisationen hätten teilweise Beträge in Höhe von mehreren Zehntausend Euro zur Verfügung gestellt.


Besonders schwer wiegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft, dass offenbar auch der Junge selbst von der angeblichen Diagnose überzeugt gewesen sein soll. Auch der Junge selbst habe geglaubt, dass er an Krebs erkrankt sei, sagte der Staatsanwalt.

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