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Achtsamkeit im Alltag: Warum unsere inneren Worte unser Wohlbefinden bestimmen

Die Art, wie wir innerlich mit uns sprechen, wirkt stärker auf unser Wohlbefinden, als uns oft bewusst ist. Worte, die wir an uns selbst richten, prägen unsere Stimmung, unser Selbstbild und langfristig sogar unsere psychische Gesundheit. Umso wichtiger ist es, genauer hinzuhören, welche Sätze wir uns tagtäglich sagen – und welche davon uns eher schaden als helfen. Mehr dazu jetzt in "Mindful Monday" im LSJonline-Mittagsmagazin.


Gerade viele Frauen haben gelernt, sehr streng mit sich zu sein: Sie übernehmen Verantwortung für Dinge, die außerhalb ihres Einflusses liegen, suchen Fehler zuerst bei sich und setzen sich selbst unter enormen Druck. Dabei übersehen wir leicht, dass Gedanken keine objektiven Wahrheiten sind, sondern Bewertungen. Und diese Bewertungen können, wenn sie dauerhaft abwertend sind, eine enorme Belastung darstellen.


Woher diese Gedanken kommen


Viele dieser automatischen Überzeugungen begleiten uns schon seit der Kindheit. Sie entstehen oft durch wiederholte Botschaften von Eltern, Lehrkräften oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Weil sie so vertraut sind, hinterfragen wir sie kaum noch – sie laufen wie ein inneres Hintergrundprogramm ab. Genau deshalb ist es so wichtig, sie bewusst wahrzunehmen und Schritt für Schritt zu verändern.


Im Folgenden drei typische Sätze, die wir aus unserem inneren Monolog streichen dürfen.


1. „Ich bin einfach unfähig, das passiert mir immer“

Fehler gehören zum Menschsein dazu. Niemand handelt jederzeit perfekt – und trotzdem gehen wir mit unseren eigenen Fehltritten oft besonders hart ins Gericht. Pauschale Selbstabwertungen nach einem Missgeschick helfen jedoch nicht dabei, daraus zu lernen. Im Gegenteil: Sie verstärken Scham und Unsicherheit.


Statt uns selbst zu verurteilen, ist ein konstruktiver Blick hilfreicher. Ein Gedanke wie: „Das lief nicht gut, aber ich weiß jetzt mehr als vorher“ schafft Raum für Entwicklung, ohne das eigene Selbstwertgefühl anzugreifen.


2. „Das hab ich mir jetzt wirklich verdient“

Essen ist keine Belohnung und muss nicht „gerechtfertigt“ werden. Weder durch ein anstrengendes Training noch durch einen besonders stressigen Tag. Die Vorstellung, man müsse sich Nahrung erst verdienen, kann einen entspannten Umgang mit Essen erheblich erschweren.


Natürlich ist es sinnvoll, auf den eigenen Körper zu achten und ihm Nährstoffe zuzuführen, die ihm guttun. Aber niemand schuldet irgendwem eine bestimmte Ernährungsweise. Essen darf Genuss sein – ohne moralische Bewertung.


3. „Ich übertreibe bestimmt, so schlimm ist das doch nicht“

Selbstreflexion ist wichtig, doch sie sollte nicht dazu führen, die eigenen Gefühle grundsätzlich infrage zu stellen. Wenn wir unsere Emotionen regelmäßig abwerten oder relativieren, nehmen wir uns selbst nicht ernst – und das kann langfristig Beziehungen belasten, auch die zu uns selbst.


Gefühle haben immer eine Ursache. Ärger, Traurigkeit oder Enttäuschung zeigen oft, dass persönliche Grenzen überschritten wurden. Diese Grenzen dürfen existieren, selbst wenn andere sie nicht nachvollziehen. Zu lernen, ihnen zu vertrauen, ist ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstfürsorge.

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