Achtsamkeit im Alltag: Welche Folgen chronischer Stress für die Gesundheit hat
- vor 2 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf belastende Situationen. Dabei werden bestimmte Botenstoffe freigesetzt, die uns kurzfristig wacher, konzentrierter und leistungsfähiger machen können. Diese Reaktion war ursprünglich wichtig, um in Gefahrensituationen schnell handeln zu können. Mehr dazu jetzt in "Mindful Monday" im LSJonline-Mittagsmagazin.
Problematisch wird Stress jedoch, wenn er über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt. Können die ausgeschütteten Stresshormone nicht ausreichend abgebaut werden, kann das den Körper und die Psyche dauerhaft belasten. Während kurzfristiger Stress meist unproblematisch ist, kann anhaltender Stress – sogenannter chronischer Stress – langfristig gesundheitliche Folgen haben.
Wie stark Menschen auf Stress reagieren, ist unterschiedlich. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer individuellen Stresstoleranz. Diese wird sowohl durch biologische Faktoren als auch durch Erfahrungen in der frühen Kindheit beeinflusst. Deshalb reagieren manche Menschen empfindlicher auf Belastungen als andere. Dennoch kann dauerhafter Stress bei jedem Menschen früher oder später Beschwerden auslösen.
Die wichtigsten Stresshormone
Wenn der Körper Stress wahrnimmt, werden vor allem drei Hormone ausgeschüttet:
Adrenalin
Noradrenalin
Cortisol
Diese Hormone versetzen den Körper in Alarmbereitschaft. Bei einer dauerhaft erhöhten Ausschüttung können jedoch andere wichtige Körperfunktionen beeinträchtigt werden. Beispielsweise kann der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten, wodurch der Körper leichter Fett speichert und Muskelmasse abbauen kann.
Außerdem wirkt sich langfristiger Stress negativ auf das Immunsystem aus. Die körpereigene Abwehr wird geschwächt, sodass die Anfälligkeit für Krankheiten und Infektionen steigen kann.
Typische Anzeichen von dauerhaftem Stress
Chronische Belastung zeigt sich häufig durch verschiedene körperliche und psychische Veränderungen. Die Beschwerden können einzeln oder gemeinsam auftreten.
Körperliche Folgen von Stress
Zu den häufigsten körperlichen Warnsignalen gehören:
anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
Probleme beim Ein- oder Durchschlafen
regelmäßige Kopfschmerzen
Muskelverspannungen, beispielsweise im Nackenbereich
Schmerzen in Armen, Beinen oder Gelenken
Hautprobleme und Ausschläge
Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen oder ein gereizter Darm
Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Schwindel, erhöhter Blutdruck, Atemprobleme oder Herzrasen
Psychische Auswirkungen von Stress
Nicht nur der Körper, sondern auch die mentale Gesundheit kann durch dauerhaften Stress beeinträchtigt werden. Mögliche psychische Symptome sind:
innere Anspannung und Unruhe
stärkere Gereiztheit
depressive Stimmung oder Depressionen
Burnout
Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
zunehmende Vergesslichkeit
Ängste oder Angststörungen
chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)
Zwangsverhalten
Essstörungen
Stress reduzieren: Was hilft im Alltag?
Um gesundheitliche Folgen zu vermeiden, ist es wichtig, die eigenen Belastungsgrenzen wahrzunehmen und rechtzeitig gegenzusteuern. Wer erkennt, welche Situationen besonders viel Stress auslösen, kann gezielt Veränderungen vornehmen.
Hilfreiche Maßnahmen zur Stressbewältigung sind:
Entspannung üben: Methoden wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, den Körper zur Ruhe zu bringen.
Regelmäßig bewegen: Sport unterstützt den Stressabbau und verbessert das allgemeine Wohlbefinden.
Aufgaben abgeben: Bei zu vielen Verpflichtungen kann es sinnvoll sein, Unterstützung anzunehmen oder Aufgaben zu delegieren.
Beziehungen pflegen: Gespräche und gemeinsame Zeit mit anderen Menschen können entlastend wirken.
Bewusste Pausen einplanen: Zeit für sich selbst, Erholung und persönliche Interessen hilft dabei, neue Energie zu gewinnen.



