top of page

Achtsamkeit im Alltag: Wie du Menschen mit Ängsten wirklich unterstützen kannst

  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Für Menschen mit ausgeprägten Ängsten können selbst gewöhnliche Situationen schnell überfordernd wirken. Oft ist es dabei nicht hilfreich, wenn das Umfeld mit gut gemeinten, aber unbedachten Kommentaren reagiert. Viel wichtiger wäre ein Umgang, der Verständnis zeigt statt zu bewerten oder zu vereinfachen. Mehr dazu jetzt in "Mindful Monday" im LSJonline-Mittagsmagazin.


Angst ist grundsätzlich eine Schutzfunktion des Gehirns: Sie warnt uns vor Gefahren und hilft, angemessen zu reagieren. Problematisch wird es dann, wenn diese Reaktionen übermäßig stark oder dauerhaft auftreten – etwa im Rahmen einer Angststörung. Betroffene erleben dabei häufig anhaltende innere Anspannung, Kontrollverlust und gedankliches Kreisen, das sich kaum stoppen lässt.


Für Außenstehende ist dieses Erleben oft schwer nachzuvollziehen. Genau deshalb sind Einfühlungsvermögen und Zurückhaltung in der Wortwahl entscheidend.


Gut gemeint, aber oft verletzend: Diese Aussagen besser vermeiden


Im Umgang mit ängstlichen Menschen gibt es einige typische Sätze, die zwar beruhigend klingen sollen, tatsächlich aber das Gegenteil bewirken können.


„Es gibt doch viel Schlimmeres.“

Auch wenn dieser Gedanke logisch erscheinen mag, hilft er der betroffenen Person kaum weiter. Angst ist kein Wettbewerb, und der Hinweis auf andere Schicksale nimmt das aktuelle Empfinden nicht ernst. Häufig führt das eher zu zusätzlicher Schuld oder Scham.


„Reiß dich zusammen.“

Solche Aussagen wirken schnell abwertend und vermitteln, dass die Reaktion übertrieben oder bewusst steuerbar sei. Dabei lassen sich Angstreaktionen nicht einfach willentlich abschalten – und genau diese Erwartung erhöht den Druck zusätzlich.


„Wird schon wieder.“

Dieser Satz soll Zuversicht geben, kann aber ungewollt das Gefühl verstärken, nicht verstanden zu werden. Für jemanden mitten in einer Angstsituation wirkt die Vorstellung von „Besserung“ oft weit entfernt oder sogar unrealistisch.


„Übertreib nicht so.“

Hier schwingt eine direkte Bewertung mit, die das Erleben der Person infrage stellt. Das kann dazu führen, dass Betroffene sich zurückziehen oder ihre Gefühle noch stärker verunsichert wahrnehmen.


„Denk einfach positiv.“

Positives Denken kann unterstützend sein – allerdings nicht in Momenten akuter Angst. Der Versuch, Gefühle umzudeuten oder zu verdrängen, führt häufig dazu, dass sich Betroffene nicht ernst genommen fühlen.


Besser reagieren: Was wirklich unterstützen kann


Präsenz und Zuhören zeigen

Wichtig ist, aufmerksam zuzuhören, ohne sofort Lösungen anzubieten. Allein das Gefühl, ernst genommen zu werden, kann bereits entlastend wirken.


Sicherheit vermitteln

Klare, ruhige Aussagen können stabilisieren, etwa:„Ich bleibe bei dir und wir gehen da gemeinsam durch. Du bist gerade nicht allein.“


Orientierung im Moment schaffen

Bei starker Angst hilft es oft, den Fokus auf die Gegenwart zu lenken. Das kann durch einfache Fragen geschehen: Was siehst du gerade? Was hörst oder spürst du?


Erinnerungen aktivieren

Auch angenehme gemeinsame Erinnerungen können beruhigend wirken. Zum Beispiel kann man an positive Erlebnisse erinnern und gemeinsam Details davon abrufen, um den Gedankenraum zu erweitern.

bottom of page