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Ausbildungsvergütung: Lehrlinge erhalten häufig mehr als BAföG-Empfänger

  • vor 1 Tag
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Wer eine Ausbildung in einem tarifgebundenen Unternehmen beginnt, kann vielerorts bereits im ersten Ausbildungsjahr mit einer monatlichen Vergütung von mehr als 1.000 Euro rechnen. Damit liegt die Bezahlung häufig über dem maximal möglichen BAföG-Satz für Studierende. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


"In den meisten Tarifbranchen liegen die Ausbildungsvergütungen heute auch im ersten Ausbildungsjahr über 1.000 Euro im Monat und übertreffen damit den Bafög-Höchstsatz für Studierende", teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Freitag mit.


Ohne Tarifvertrag oft deutlich geringere Einkommen


Wesentlich schwieriger stellt sich die Lage für Auszubildende dar, die in Betrieben ohne Tarifbindung beschäftigt sind. Nach Angaben des WSI betrifft dies rund 45 Prozent aller Auszubildenden. In diesen Fällen orientiert sich die Bezahlung teilweise lediglich an der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung, die derzeit bei 724 Euro pro Monat liegt.


Große Unterschiede je nach Beruf


Wie hoch die Ausbildungsvergütung ausfällt, hängt stark von der jeweiligen Branche ab. Während Auszubildende im Friseurhandwerk in Nordrhein-Westfalen im ersten Lehrjahr 785 Euro erhalten, verdienen angehende Pflegefachkräfte im öffentlichen Dienst mit 1.491 Euro fast doppelt so viel.


Ausbildungsvergütungen steigen stärker als Tariflöhne


Nach Auswertungen des WSI haben sich die Ausbildungsvergütungen innerhalb der vergangenen zehn Jahre besonders dynamisch entwickelt. Mit einem Anstieg von 47 Prozent legten sie deutlich stärker zu als die regulären Tariflöhne, die im gleichen Zeitraum um 35 Prozent stiegen. Als Hauptgrund nennt WSI-Experte Thorsten Schulten den zunehmenden Mangel an Fachkräften. Besonders Branchen mit bislang vergleichsweise niedrigen Ausbildungsvergütungen hätten ihre Bezahlung angehoben, um ihre Attraktivität für Nachwuchskräfte zu erhöhen.

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