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Besorgniserregende Entwicklung: Zahl politisch motivierter Straftaten steigt weiter an

9. Juni
2 Min. Lesezeit

Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland hat 2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden insgesamt 85.837 Delikte registriert. Damit lag die Zahl knapp zwei Prozent über dem Wert des Vorjahres. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Mehr Gewalttaten als in den Vorjahren


Auch bei politisch motivierten Gewaltdelikten wurde ein weiterer Anstieg festgestellt. Die Statistik des Bundesinnenministeriums und des Bundeskriminalamts weist 4.156 Fälle aus, was einer Zunahme von 1,2 Prozent entspricht. Nach Einschätzung von BKA-Präsident Münch handelt es sich um den höchsten Stand seit dem Jahr 2016.


Hasskriminalität bleibt auf hohem Niveau


Straftaten, die aus Vorurteilen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen begangen werden, nahmen ebenfalls zu. Insgesamt wurden 22.159 Fälle von Hasskriminalität erfasst, was einem Plus von rund 1,8 Prozent entspricht.

Den größten Anteil machten dabei fremdenfeindlich motivierte Delikte aus. Mit 19.484 Fällen entfielen rund 88 Prozent aller registrierten Hassstraftaten auf diesen Bereich. Die Zahl blieb damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Ausländerfeindliche Straftaten gingen hingegen um 5,3 Prozent zurück und wurden in 8.870 Fällen registriert.


Antisemitische und antiziganistische Delikte nehmen zu


Besonders auffällig war die Entwicklung bei antisemitischen Straftaten. Hier registrierten die Behörden 6.548 Fälle und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei antiziganistisch motivierten Straftaten aus. Die Zahl dieser Delikte erhöhte sich um 23 Prozent auf insgesamt 240 Fälle.


Deutlicher Anstieg frauenfeindlicher Straftaten


Ein besonders starkes Wachstum zeigte sich bei Delikten mit frauenfeindlichem Hintergrund. Die Fallzahl stieg um nahezu 47 Prozent und erreichte 819 registrierte Straftaten. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden tragen digitale Kommunikationsräume wesentlich zur Verbreitung entsprechender Ideologien bei. Vor allem soziale Netzwerke, extremistische Online-Plattformen und sogenannte digitale Hassräume fördern die Verbreitung frauenfeindlicher Inhalte. Zudem gewinnen Deepfakes und koordinierte Hasskampagnen im Internet zunehmend an Bedeutung.


Zunahme queerfeindlicher Straftaten


Auch Straftaten gegen queere Menschen nahmen weiter zu. Die Behörden registrierten 2.377 Fälle, was einem Anstieg von 12,8 Prozent entspricht. Das Bundeskriminalamt erklärt hierzu: „Sicherheitsbehörden beobachten insbesondere eine zunehmende Mobilisierung rechtsextremistischer Gruppierungen gegen die LSBTQIA+-Community, da diese und die durch sie symbolisierten Werte einem rassistischen und nationalistischen Weltbild entgegenstehen.“


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