Kartoffelkrise 2026: Dürre und Ernteausfälle lassen die Preise für Kartoffeln steigen
Für Kartoffelanbauer und Hobbygärtner fällt die Bilanz des Jahres 2026 ernüchternd aus. Die anhaltende Hitze und fehlende Niederschläge während der Sommermonate haben die Kartoffelernte in Deutschland erheblich beeinträchtigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden voraussichtlich nur 10,4 Millionen Tonnen geerntet. Das sind 24,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Der Ernteausfall lässt sich nicht allein durch den Rückgang der bewirtschafteten Flächen erklären, die rund zehn Prozent kleiner ausfallen. Auch die Produktivität der Felder hat deutlich gelitten: Während 2025 noch durchschnittlich 46 Tonnen Kartoffeln pro Hektar zusammenkamen, werden für 2026 lediglich 38,9 Tonnen erwartet. Damit sinkt der Hektarertrag um 15,4 Prozent. Als wesentliche Ursache gelten die außergewöhnlich hohen Temperaturen und die ausgeprägte Trockenheit in diesem Sommer.
Höhere Kosten machen sich im Supermarkt bemerkbar
Die schwache Ernte wirkt sich zunehmend auf die Preise aus. Wer im September Kartoffeln kaufte, zahlte dafür durchschnittlich 11,3 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Neben dem knapperen Angebot spielt auch die Entwicklung auf Erzeugerseite eine Rolle: Bereits die Produktion ist deutlich kostspieliger geworden. Im August 2026 lagen die Erzeugerpreise für Kartoffeln 61,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Für Verbraucher bedeutet das, dass Kartoffeln als Grundnahrungsmittel spürbar teurer werden. Wie stark sich die Entwicklung auf einzelne Produkte auswirkt, hängt allerdings auch davon ab, ob die Kartoffeln frisch verkauft oder industriell weiterverarbeitet werden.
Tiefkühlprodukte bislang von Preissprüngen verschont
Bei Tiefkühlwaren wie Pommes frites und Kroketten zeigt sich bisher ein anderes Bild. Die Preise dieser verarbeiteten Kartoffelprodukte lagen zuletzt 4,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die deutlich gestiegenen Kosten für Rohkartoffeln schlagen sich hier offenbar noch nicht nieder.
Das liegt unter anderem an den Einkaufsstrategien der großen Lebensmittelhersteller. Sie beschaffen ihre Rohstoffe häufig nicht kurzfristig zu den jeweils aktuellen Marktpreisen, sondern vereinbaren Lieferkonditionen bereits mehrere Monate im Voraus. Zusätzlich können vorhandene Lagerbestände den Preisanstieg abfedern. Deshalb dürfte es dauern, bis sich die angespannte Versorgungslage auch bei Tiefkühlprodukten deutlicher in den Verkaufspreisen widerspiegelt.

