top of page

Bildung in Deutschland: Soziale Herkunft bestimmt Chancen von Anfang an

  • 16. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Der aktuelle Nationale Bildungsbericht macht deutlich, dass die Chancen auf Bildungserfolg in Deutschland noch immer ungleich verteilt sind. Nach Einschätzung von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) beginnen diese Unterschiede bereits unmittelbar nach der Geburt. Deshalb setzt sie bei der Förderung von Kindern nicht nur auf Kindertageseinrichtungen, sondern möchte auch die Verantwortung der Familien stärker in den Fokus rücken. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Ungleichheiten entstehen schon vor der Schule


Die Analyse zeigt, dass Benachteiligungen häufig schon vor dem Eintritt in die Schule entstehen. Diese frühen Unterschiede wirken sich oftmals auf den gesamten weiteren Bildungsweg aus. Verschiedene Faktoren können dabei eine Rolle spielen, darunter eine familiäre Einwanderungsgeschichte, gesundheitliche Einschränkungen, das Geschlecht oder die jeweilige Familienstruktur.


Als besonders entscheidend wird jedoch weiterhin die soziale und wirtschaftliche Situation des Elternhauses angesehen. Dazu zählen insbesondere Bildungsabschlüsse der Eltern, ihre berufliche Position sowie das verfügbare Einkommen.


Kritik von Lehrkräften und Bildungsexperten


Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) reagierte kritisch auf die Ergebnisse. Die Gewerkschaft sprach von einem „Armutszeugnis für eine der größten Volkswirtschaften weltweit“.


Nach Ansicht des VBE stehen Schulen vor erheblichen Herausforderungen. Einerseits müssten sie ihrem Bildungsauftrag gerecht werden, andererseits würden von ihnen zusätzliche gesellschaftliche Aufgaben erwartet. Gleichzeitig hätten viele Einrichtungen mit einem „Spagat“ zu kämpfen, da sie unter „massivem Personalmangel, sanierungsbedürftigen Gebäuden und einer mangelhaften Digitalisierung“ leiden.


Geplante Maßnahmen der Bundesregierung


Prien verwies auf mehrere Vorhaben, die zu Verbesserungen beitragen sollen. Bereits im Sommer tritt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Kraft. Zudem bezeichnete sie das Startchancen-Programm für Schulen in sozial schwierigen Lagen als wichtigen Baustein zur Unterstützung benachteiligter Kinder.


Darüber hinaus kündigte die Ministerin an, das im Koalitionsvertrag vorgesehene Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz noch vor Beginn der Sommerpause ins Kabinett einzubringen.


Sprachförderung als Schwerpunkt


Ein zentrales Anliegen der Ministerin ist die frühzeitige Förderung sprachlicher Kompetenzen. Dazu erklärte sie: „Wir brauchen verpflichtende Sprachstandsebenen und verpflichtende Sprachförderung für die Kinder, die Sprachförderbedarf haben.“


Für eine erfolgreiche Umsetzung seien nach ihrer Auffassung Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen gefordert. Ebenso wichtig sei die Zusammenarbeit zwischen Familien, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie lokalen Integrationsakteuren, um Kinder möglichst früh und gezielt zu unterstützen.

bottom of page