Bis 2036: Mehr als vier Millionen Arbeitskräfte könnten fehlen
- 20false41 GMT+0000 (Coordinated Universal Time)
- 2 Min. Lesezeit
Der bevorstehende Ruhestand der geburtenstarken Jahrgänge wird nach aktuellen Berechnungen deutlich tiefere Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt hinterlassen als bislang angenommen. Neue Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, dass sich der Mangel an verfügbaren Arbeitskräften in den kommenden Jahren erheblich verschärfen könnte. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Deutlich größerer Rückgang der Erwerbstätigen
Mit dem Eintritt der letzten Babyboomer-Jahrgänge in den Ruhestand wird bis zum Jahr 2036 ein spürbarer Rückgang der Erwerbsbevölkerung erwartet. Nach den aktuellen Schätzungen könnten dem Arbeitsmarkt dann rund 4,3 Millionen Personen weniger zur Verfügung stehen.
Damit fällt die prognostizierte Lücke wesentlich größer aus als noch vor wenigen Jahren. Frühere Berechnungen gingen von einem Defizit von etwa drei Millionen Arbeitskräften aus. Die neue Prognose erhöht diesen Wert um rund 1,3 Millionen.
Bevölkerungsentwicklung verschärft die Situation
Ein wesentlicher Grund für die veränderten Erwartungen liegt in der demografischen Entwicklung. Die Bevölkerung Deutschlands wächst nicht mehr wie zuvor prognostiziert, sondern entwickelt sich rückläufig.
Während noch im Jahr 2024 von einem Bevölkerungsanstieg bis 2040 ausgegangen wurde, zeigte sich bereits 2025 erstmals seit langer Zeit ein Rückgang der Einwohnerzahl. Nach Einschätzung des IW könnte die Bevölkerung bis 2040 auf weniger als 82 Millionen Menschen sinken. Ausschlaggebend dafür ist, dass die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geburten deutlich übersteigt.
Migration verliert an Ausgleichswirkung
In den vergangenen Jahren konnte Zuwanderung die demografischen Verluste weitgehend kompensieren. Dieser Effekt nimmt jedoch zunehmend ab. Nach Angaben des IW ist die Zahl der Zuwandernden zuletzt deutlich zurückgegangen.
Als mögliche Ursachen werden politische Rahmenbedingungen im Bereich Migration genannt. Darüber hinaus könnte auch die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands eine Rolle spielen. Die anhaltende Konjunkturschwäche sowie zunehmende Probleme auf dem Arbeitsmarkt könnten die Attraktivität des Standorts für internationale Fachkräfte verringern.
Handlungsbedarf aus Sicht des IW
Das Institut sieht die aktuelle Regierungsperiode als entscheidenden Zeitpunkt, um Gegenmaßnahmen einzuleiten. Besonders bei der Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland sieht das IW noch erhebliches Verbesserungspotenzial.


