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Blutspende in der Krise: Vorräte sinken auf bedenkliches Niveau

vor 3 Stunden
2 Min. Lesezeit

Die Versorgung mit Blutpräparaten steht in Teilen Deutschlands zunehmend unter Druck. Besonders in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen sind die verfügbaren Reserven inzwischen auf einen kritischen Stand gesunken. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) warnt vor möglichen Auswirkungen auf den Klinikalltag. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Kritische Bestände gefährden geplante Behandlungen


„Wir sind jetzt unter der Grenze von 10.000 Konserven“, erklärte ein Sprecher des zuständigen DRK-Blutspendedienstes. Wird dieser Schwellenwert unterschritten, lässt sich die Versorgung der Krankenhäuser nicht mehr uneingeschränkt gewährleisten.


Während für lebensbedrohliche Notfälle weiterhin ausreichend Blut bereitgestellt werden soll, könnten medizinisch nicht dringende Eingriffe vorübergehend verschoben werden.


Ein grundsätzliches Problem ist die seit Jahren kaum steigende Spendenbereitschaft. Bundesweit liegt die Zahl der Vollblutspenden seit einiger Zeit bei ungefähr 3,6 Millionen jährlich.


Erkältungswelle könnte die Situation verschärfen


Mit Beginn der kalten Jahreszeit rechnen die Verantwortlichen mit zusätzlichen Schwierigkeiten. Insbesondere im November und Dezember könnten saisonale Infekte dafür sorgen, dass weniger Menschen als Spender infrage kommen.


Wer eine Erkältung oder einen anderen Infekt überstanden hat, muss vor einer Blutspende mindestens sieben Tage vollständig gesund sein. Nach einer fieberhaften Erkrankung beträgt die Wartezeit sogar vier Wochen.


Damit sich die Lagerbestände wieder stabilisieren, benötigt der DRK-Blutspendedienst in den betroffenen Regionen täglich etwa 3.000 Blutspenden.


Extreme Temperaturen als Auslöser der Engpässe


Die derzeit angespannte Versorgungslage hat sich nicht plötzlich entwickelt. Bereits im Juni führten außergewöhnlich hohe Temperaturen zu einem deutlichen Rückgang der Spendenbereitschaft.


Als das Thermometer stellenweise mehr als 40 Grad anzeigte, blieben zahlreiche potenzielle Spender den Terminen fern. Die dadurch entstandenen Versorgungslücken konnten in den darauffolgenden Monaten offenbar nicht ausreichend ausgeglichen werden. Inzwischen haben sich die Schwierigkeiten weiter verstärkt.


Warum eine einzige Blutspende so wertvoll ist


Gespendetes Blut wird nicht unmittelbar als Ganzes verwendet. Stattdessen erfolgt eine Aufbereitung in drei unterschiedliche Komponenten:

  • Erythrozyten: Rote Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich sind.

  • Thrombozyten: Blutplättchen, die eine wichtige Funktion bei der Blutgerinnung übernehmen.

  • Plasma: Der flüssige Bestandteil des Blutes, der unter anderem Gerinnungsfaktoren enthält.


Eine zusätzliche Herausforderung stellt die begrenzte Lagerfähigkeit bestimmter Blutprodukte dar. Besonders empfindlich sind Thrombozytenkonzentrate, die lediglich vier Tage haltbar sind. Sie werden unter anderem bei der Behandlung von Krebspatienten während einer Chemotherapie benötigt.


Wer kommt für eine Blutspende infrage?


Grundsätzlich können gesunde Erwachsene ab einem Alter von 18 Jahren Blut spenden. Voraussetzung ist, dass keine medizinischen Ausschlussgründe bestehen und die erforderlichen Gesundheitswerte eingehalten werden.


Dazu zählt insbesondere ein ausreichender Hämoglobinwert. Außerdem müssen spendewillige Personen mindestens 50 Kilogramm wiegen.


Eine allgemeine medizinische Gewichtsobergrenze gibt es dagegen nicht. Allerdings sind zahlreiche Blutspendeliegen des DRK technisch nur für ein Körpergewicht von maximal 160 Kilogramm ausgelegt.

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