Antisemitismus auf Rekordniveau: Zahl islamistisch motivierter Straftaten in Deutschland steigt auf neuen Höchststand
Die Zahl antisemitischer Delikte mit islamistischem Hintergrund ist in Deutschland weiter gestiegen. Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine Sonderauswertung der Bundesregierung berichtet, wurden im Jahr 2025 insgesamt 670 entsprechende Straftaten durch das Bundeskriminalamt (BKA) erfasst. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von etwa sechs Prozent und markiert einen neuen Höchstwert. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Grundlage der veröffentlichten Daten ist eine Auswertung, die die Bundesregierung für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor erstellt hat.
Terrorangriff auf Israel als entscheidender Einschnitt
Besonders auffällig ist die Entwicklung seit dem 7. Oktober 2023, als die Hamas ihren Terrorangriff auf Israel verübte. Die Kriminalstatistik verdeutlicht, wie stark die registrierten Fallzahlen seither zugenommen haben. Während die Sicherheitsbehörden 2022 lediglich 16 islamistisch motivierte antisemitische Straftaten dokumentierten, waren es zwischen Jahresbeginn 2023 und dem 6. Oktober bereits 33 Fälle. In den verbleibenden Monaten nach dem Hamas-Angriff stieg die Zahl sprunghaft auf 331 Delikte. Auch in den Folgejahren setzte sich die Entwicklung fort: 2024 wurden bundesweit 631 Fälle erfasst, 2025 waren es schließlich 670.
Zentralrat der Juden sieht dauerhafte Bedrohung
Angesichts der Entwicklung äußert sich der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, mit großer Sorge über die Sicherheitslage jüdischer Menschen in Deutschland. Gegenüber der „Welt am Sonntag“ erklärte Schuster, die Bedrohung für Jüdinnen und Juden habe sich „auf einem unerträglichen Niveau“ festgesetzt. Zugleich machte er deutlich, dass antisemitische Einstellungen zunehmend unverhohlen zum Ausdruck kämen: „Der islamistisch geprägte Judenhass entlädt sich heute ganz offen auf Straßen, an Hochschulen und im Netz.“
Innenminister warnen vor wachsendem Einfluss extremistischer Ideologien
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) betonte gegenüber der „Welt am Sonntag“ die besondere Bedeutung des Hamas-Angriffs für die Mobilisierung islamistischer Gruppen: „Seit dem 7. Oktober 2023 ist der Antisemitismus zu einem zentralen Mobilisierungsthema der Islamisten geworden“.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) verwies unterdessen auf die Rolle digitaler Kommunikationswege bei der Verbreitung extremistischer Inhalte. Islamisten erreichen Menschen inzwischen auch „übers Handy. Wir dürfen ihnen diese Tür nicht offenlassen“.
Bundesregierung bereitet weitere Präventionsmaßnahmen vor
Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ arbeitet ein neu eingerichteter Beraterkreis des Bundesinnenministeriums an Empfehlungen zur Islamismusprävention. Bis zum Jahreswechsel soll das Gremium konkrete Vorschläge erarbeiten, mit denen extremistischen Entwicklungen und antisemitischer Radikalisierung entgegengewirkt werden kann.

