Depression im digitalen Zeitalter: Wie Online-Medien das Informationsverhalten von Betroffenen beeinflussen
- Redaktion Mittagsmagazin

- 1. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Laut einer aktuellen Umfrage hat etwa die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland schon einmal das Internet genutzt, um sich über Depressionen zu informieren. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Unter Menschen, die tatsächlich an einer Depression leiden, liegt dieser Anteil sogar bei 78 Prozent. Digitale Medien wie Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder KI-gestützte Programme sind für viele Betroffene eine zentrale Anlaufstelle, wenn es darum geht, Orientierung zu finden.
Deutschland-Barometer Depression: Methodik
Das „Deutschland-Barometer Depression“ erhebt seit 2017 regelmäßig Daten zu Einstellungen und Erfahrungen der Bevölkerung rund um das Thema Depression. In der aktuellen Befragung im September nahmen 5.196 Erwachsene im Alter von 18 bis 69 Jahren teil. Außerdem wurden 103 Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren einbezogen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Depressionen in sozialen Medien präsent sind: So stießen innerhalb einer Woche 40 Prozent der Gesamtbevölkerung und 47 Prozent der Betroffenen auf entsprechende Inhalte.
Einfluss von Social-Media-Inhalten
Nur ein kleiner Teil der Betroffenen empfindet die Inhalte in sozialen Medien als nützlich. Laut Umfrage fühlten sich 17 Prozent durch die Beiträge ermutigt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Neun Prozent erkannten erst durch diese Beiträge, dass sie möglicherweise selbst von einer Depression betroffen sind.
Gleichzeitig zeigt sich eine große Unsicherheit im Umgang mit digitalen Informationen: Rund zwei Drittel der Betroffenen fällt es schwer, die Vertrauenswürdigkeit, fachliche Richtigkeit oder mögliche kommerzielle Interessen hinter den Beiträgen einzuschätzen.
Professionelle Hilfe bleibt unverzichtbar
Die Deutsche Depressionshilfe betont, dass Online-Inhalte eine fachliche Beratung nicht ersetzen können. Wer den Verdacht auf eine Depression hat, sollte sich zunächst an den Hausarzt wenden. Als verlässliche Quellen gelten etwa Kliniken, Universitäten, Krankenkassen oder öffentliche Gesundheitsorganisationen. Vorsicht ist bei Angeboten geboten, die schnelle Heilung versprechen oder Produkte verkaufen.
Die jährliche, repräsentative Befragung wird von der Deutschen Bahn Stiftung unterstützt und dient der kontinuierlichen Erforschung der Erfahrungen und Bedürfnisse von Menschen mit Depressionen.

