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Früher fördern: Einheitliche Tests für Vierjährige sollen Bildungschancen verbessern

3. Sept.
2 Min. Lesezeit

Kinder in Deutschland sollen künftig bereits im Alter von vier Jahren nach einem bundesweit einheitlichen Verfahren untersucht werden. Dabei geht es nicht allein um die sprachliche Entwicklung. Auch motorische Fähigkeiten, soziale und emotionale Entwicklung sowie grundlegende mathematische Kompetenzen sollen erfasst werden. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Die geplanten Untersuchungen sollen für alle Kinder gelten – auch für diejenigen, die keine Kindertagesstätte besuchen.


Mehr Förderung vor dem Schulbeginn


Zeigen die Ergebnisse, dass ein Kind zusätzliche Unterstützung benötigt, sollen entsprechende Förderangebote bereitgestellt werden. Auf diese Weise soll der Übergang von der Kita beziehungsweise der vorschulischen Phase in die Grundschule erleichtert werden.


Grundlage dafür ist ein neues Kita-Gesetz, dem das Bundeskabinett bereits zugestimmt hat. Als Nächstes muss sich der Bundestag mit dem Vorhaben befassen. Die Einführung ist ab 2027 schrittweise vorgesehen; ab 2029 soll die Neuregelung vollständig umgesetzt sein.


Bundesregierung verspricht mehr Chancengleichheit


Familienministerin Karin Prien (CDU) verbindet die Reform vor allem mit dem Ziel, Unterschiede bei den Bildungschancen früher auszugleichen. „Der Bildungs- und Lebensweg von Kindern, von jungen Menschen hängt immer noch viel zu stark davon ab, woher ein Kind kommt, aus welcher Familie es stammt, wie der Bildungsstand der Eltern ist und zu wenig davon, wie Talente und Fähigkeiten bei den Kindern selbst sind“, sagte sie.


Milliarden für Länder und Kitas


Für die Umsetzung sieht der Gesetzentwurf umfangreiche Bundesmittel vor. Bis zum Jahr 2034 sollen die Länder insgesamt 9,25 Milliarden Euro erhalten. Davon sollen unter anderem zusätzliche Ressourcen für die vorgesehenen Untersuchungen und anschließenden Fördermaßnahmen finanziert werden.


Von den zusätzlichen Mitteln sollen grundsätzlich alle Kindertagesstätten profitieren. Einen Schwerpunkt bilden jedoch Einrichtungen, in denen besonders viele Kinder unter schwierigen sozialen Bedingungen aufwachsen. Abhängig von der Größe einer Kita sind dort bis zu 1,5 zusätzliche Stellen vorgesehen.


Die zusätzliche Unterstützung soll bundesweit breit verteilt werden: In jedem Bundesland sollen mindestens zehn Prozent der Kitas davon profitieren.


Kritik von den Grünen


Die Grünen bewerten die Finanzierung allerdings kritisch. Bildungspolitikerin Anja Reinalter argumentiert, dass der Bund seine finanzielle Beteiligung an der frühkindlichen Bildung künftig nicht ausweiten, sondern reduzieren werde. „Die Bundesregierung spart damit an der frühkindlichen Bildung und halbiert die Bundesmittel“, kritisierte die Grünen-Politikerin.


Nach ihrer Darstellung standen 2025 und 2026 noch rund zwei Milliarden Euro jährlich zur Verfügung. Mit dem neuen Modell werde sich der Bundesanteil langfristig auf ungefähr eine Milliarde Euro pro Jahr verringern.

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