Führungswechsel: Heiner Wilmer übernimmt den Vorsitz der Bischofskonferenz
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Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden: Heiner Wilmer übernimmt das Amt. Sein Vorgänger Georg Bätzing hatte im Vorfeld erklärt, nicht erneut kandidieren zu wollen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Erste Akzente: Kirche als gesellschaftliche Kraft
Zum Auftakt seiner Amtszeit betonte Wilmer die Bedeutung der Kirche über den rein religiösen Bereich hinaus. Für zahlreiche Menschen sei sie ein stabilisierender Bezugspunkt. Durch ihr vielfältiges soziales Engagement trage sie wesentlich zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Zudem verstehe sich die Kirche als Stimme für Verständigung und Frieden.
Ein zentrales Anliegen sprach Wilmer auch im Hinblick auf den Umgang mit sexualisierter Gewalt innerhalb der katholischen Kirche an. Dabei machte er deutlich, wie wichtig es sei, Betroffene ernst zu nehmen und einzubeziehen: „Ihre Stimmen müssten gehört werden, jeder Schritt der Aufarbeitung gewinne durch das Zeugnis von Betroffenen an Tiefe und Wahrheit“
Reformorientiert und dialogbereit
Der 64-Jährige wird vielfach dem reformorientierten Spektrum zugerechnet. In seinem Verantwortungsbereich, dem Bistum Hildesheim, werden neue Leitungsstrukturen getestet, bei denen auch Frauen Führungsverantwortung übernehmen. Angesichts der Tatsache, dass Frauen in der katholischen Kirche von Weiheämtern ausgeschlossen sind, gilt dies als bemerkenswerter Schritt.
Darüber hinaus hat sich Wilmer wiederholt für eine Weiterentwicklung der katholischen Sexualmoral ausgesprochen. So befürwortet er unter anderem Segnungen für homosexuelle Paare.
Werdegang und Profil
Seit 2018 steht Wilmer als Bischof an der Spitze des Bistums Hildesheim. Er wird als Brückenbauer zwischen konservativen und reformorientierten Kräften beschrieben, der den Austausch sucht und Spannungen moderieren kann. Seine akademische Ausbildung führte ihn unter anderem zum Theologiestudium nach Freiburg, Paris und Rom. Zudem sammelte er internationale Erfahrung als Lehrer in der New Yorker Bronx.


