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Gefühle verstehen: Kindern helfen, mit schwierigen Erlebnissen umzugehen

  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Nicht jede Erfahrung im Leben ist angenehm. Enttäuschungen, Fehler, Streit oder Momente, in denen etwas nicht gelingt, gehören zum Alltag dazu. Für Kinder sind solche Situationen jedoch oft schwer zu verstehen, weil sie ihre Gefühle noch nicht genau benennen oder einordnen können.


Mehr dazu heute in MOMMYTIME.


Ein verlorenes Spielzeug, eine peinliche Situation im Kindergarten oder ein Konflikt mit Freunden kann für Erwachsene vielleicht klein erscheinen. Für ein Kind kann sich dieses Erlebnis trotzdem sehr belastend anfühlen. Es fehlt ihm häufig noch die Fähigkeit, die eigene Reaktion zu verstehen und Worte für das Erlebte zu finden.


Wenn Eltern merken, dass ihr Kind traurig, wütend oder bedrückt wirkt, möchten sie natürlich helfen. Viele beginnen dann sofort nachzufragen. Doch zu viele Fragen können zusätzlichen Druck erzeugen – besonders dann, wenn das Kind selbst noch gar nicht weiß, was genau es fühlt. Deshalb ist es wichtig, Kindern früh zu vermitteln: Jede Emotion hat ihren Platz und jedes Gefühl darf sein.


So unterstützt du dein Kind bei negativen Erfahrungen


1. Gefühle gemeinsam benennen und verstehen

Kinder müssen zunächst lernen, ihre eigenen Emotionen zu erkennen. Dabei können Eltern helfen, indem sie Gefühle vorsichtig ansprechen und mögliche Empfindungen benennen.


Fragen wie „Warst du vielleicht enttäuscht?“ oder „Hat dich das wütend gemacht?“ geben Kindern Orientierung. Sie bekommen dadurch Begriffe für das, was in ihnen passiert, und können nach und nach eine Verbindung zwischen einer Situation und ihrem Gefühl herstellen.


Auch konkrete Erklärungen sind hilfreich. Wenn ein Kind beispielsweise traurig ist, weil es nicht länger bei den Großeltern bleiben durfte, kann eine Erklärung helfen: „Du bist traurig, weil dir die Zeit dort gefallen hat und du noch bleiben wolltest.“ So versteht das Kind besser, warum bestimmte Emotionen entstehen.


Darüber hinaus können Eltern gemeinsam mit ihrem Kind überlegen, wie es in ähnlichen Situationen später reagieren möchte. Fragen wie „Was könnte dir helfen, wenn du wieder wütend wirst?“ oder „Was hast du aus diesem Erlebnis gelernt?“ unterstützen dabei, eigene Lösungswege zu entwickeln.


2. Schwierige Momente nicht verstecken

Viele Menschen sprechen lieber über schöne Erlebnisse und behalten unangenehme Erfahrungen für sich. Besonders durch soziale Medien entsteht oft der Eindruck, dass das Leben anderer Menschen hauptsächlich aus positiven Momenten besteht.


Wenn Kinder erleben, dass über Probleme nicht gesprochen wird, können sie den Eindruck bekommen, dass negative Gefühle falsch oder peinlich sind. Dadurch ziehen sie sich möglicherweise zurück und versuchen, Schwierigkeiten alleine zu bewältigen.


Deshalb sollten Eltern zeigen, dass auch unangenehme Erfahrungen dazugehören. Angst, Ärger, Enttäuschung oder Traurigkeit sind normale Bestandteile des Lebens. Wer lernt, diese Gefühle wahrzunehmen und darüber zu sprechen, kann besser mit ihnen umgehen.


3. Über Erlebnisse sprechen und verschiedene Perspektiven kennenlernen

Eine offene Kommunikation innerhalb der Familie hilft Kindern dabei, Vertrauen aufzubauen. Wenn regelmäßig über den Alltag gesprochen wird, fällt es ihnen leichter, auch über unangenehme Situationen zu berichten.


Eltern können dabei eigene Erfahrungen teilen und erzählen, dass auch Erwachsene Fehler machen, enttäuscht sind oder schwierige Momente erleben. Ebenso können Gespräche mit Geschwistern oder Großeltern zeigen, dass jeder Mensch ähnliche Herausforderungen kennt.


Durch unterschiedliche Sichtweisen lernen Kinder, dass ihre Probleme nicht einzigartig sind und sie mit ihren Gefühlen nicht alleine bleiben. Gleichzeitig entwickeln sie Verständnis dafür, dass andere Menschen Situationen anders erleben können.


4. Vergangene Situationen bewusst betrachten

Manchmal hilft es Kindern, auf ein vergangenes Erlebnis zurückzublicken. Durch das Erinnern können sie Abstand gewinnen und eine Situation aus einer neuen Perspektive betrachten.


Ein Kind, das sich beispielsweise über eine bestimmte Regel oder eine Enttäuschung sehr geärgert hat, erkennt später vielleicht, dass der Moment weniger schlimm war, als er sich zunächst angefühlt hat. Das bewusste Nachdenken über vergangene Situationen unterstützt dabei, Gefühle besser zu verstehen und Erfahrungen einzuordnen.


Eltern können solche Gespräche nutzen, um gemeinsam mit ihrem Kind zurückzublicken: Was ist passiert? Wie hast du dich gefühlt? Was hat dir geholfen? Dadurch lernen Kinder, ihre eigenen Erlebnisse zu reflektieren und zukünftige Herausforderungen besser zu bewältigen.

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