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Pille und Eisprung: In welchen Fällen es trotz Verhütung dazu kommen kann

vor 2 Minuten
3 Min. Lesezeit

Die Antibabypille zählt zu den zuverlässigsten Methoden der hormonellen Verhütung. Bei einer korrekt angewendeten Kombinationspille wird der Eisprung normalerweise verhindert. Trotzdem kann es unter bestimmten Umständen dazu kommen, dass die verhütende Wirkung beeinträchtigt wird und ein Eisprung nicht vollständig unterdrückt wird.


Mehr dazu heute in MOMMYTIME.


Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und welche körperlichen Veränderungen möglicherweise auf einen Eisprung hindeuten, erfährst du hier.


Was passiert im Körper bei der Einnahme der Pille?


Kombinationspillen enthalten Östrogen und Gestagen. Die Hormone greifen in den natürlichen Zyklus ein und verhindern unter anderem den für den Eisprung wichtigen Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH).


Der Körper erhält dadurch hormonell das Signal, dass kein weiterer Eisprung notwendig ist. Eine Eizelle wird normalerweise deshalb nicht aus dem Eierstock freigesetzt.


Die Pille wirkt allerdings nicht nur auf den Eisprung. Sie verändert außerdem den Schleim am Gebärmutterhals. Dieser wird zäher und erschwert Spermien den Weg in die Gebärmutter. Gleichzeitig bleibt die Gebärmutterschleimhaut vergleichsweise dünn, wodurch eine Einnistung zusätzlich erschwert wird.


Wann kann die Verhütung weniger zuverlässig sein?


Ein Eisprung trotz Pilleneinnahme ist insbesondere dann denkbar, wenn die Einnahme nicht wie vorgesehen erfolgt oder die Wirkstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden.


Mögliche Einflussfaktoren sind beispielsweise:

  • Vergessene oder deutlich verspätete Einnahme: Wird eine Pille ausgelassen, kann die hormonelle Unterdrückung des Eisprungs nachlassen.

  • Erbrechen oder starker Durchfall: Treten solche Beschwerden kurz nach der Einnahme auf, kann möglicherweise nicht genügend Wirkstoff aufgenommen worden sein.

  • Pillenart: Bei einer Kombinationspille wird der Eisprung normalerweise besonders zuverlässig unterdrückt. Bei bestimmten Minipillen steht dagegen die Veränderung des Zervixschleims stärker im Vordergrund, sodass ein Eisprung grundsätzlich möglich sein kann.

  • Weitere körperliche Faktoren: Auch Veränderungen des Hormonhaushalts werden als mögliche Einflussfaktoren diskutiert. Bei Fragen zur individuellen Wirksamkeit sollte deshalb die jeweilige Pillenart und Einnahmesituation berücksichtigt werden.


Gibt es Anzeichen für einen Eisprung?


Unter der Pille lassen sich typische Eisprungzeichen deutlich schwieriger beurteilen, weil die hormonelle Verhütung den natürlichen Zyklus verändert. Einige Veränderungen können dennoch auftreten.


Mögliche Hinweise sind:


Ziehen im Unterbauch

Manche Frauen nehmen rund um den Eisprung ein einseitiges Ziehen oder Stechen im Unterbauch wahr. Dieses sogenannte Mittelschmerz-Phänomen ist allerdings kein eindeutiger Beweis für einen Eisprung.


Veränderungen des Zervixschleims

Wird der Zervixschleim auffällig durchsichtig, glatt und dehnbar, kann dies normalerweise mit der fruchtbaren Phase zusammenhängen. Unter hormoneller Verhütung ist dieses Zeichen jedoch schwieriger zu interpretieren.


Veränderungen der Körpertemperatur

Nach einem Eisprung kann die Basaltemperatur leicht ansteigen. Da hormonelle Verhütungsmittel die Temperaturkurve selbst beeinflussen können, lässt sich daraus bei Pilleneinnahme allerdings nur eingeschränkt auf einen Eisprung schließen.


Empfindliche Brüste

Auch Brustspannen oder eine erhöhte Empfindlichkeit können im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen auftreten. Dieses Symptom ist jedoch unspezifisch und erlaubt allein keine sichere Aussage.


Ist die Blutung während der Pillenpause eine normale Periode?


Nicht unbedingt. Die Blutung, die während einer Einnahmepause oder unter Placebotabletten auftreten kann, wird als Abbruchblutung bezeichnet.


Sie entsteht durch den vorübergehenden Entzug der zugeführten Hormone und ist nicht mit einer natürlichen Menstruation nach einem Eisprung gleichzusetzen. Häufig fällt sie zudem schwächer oder kürzer aus als eine natürliche Periodenblutung.


Eine natürliche Menstruation setzt einen vorangegangenen Eisprung voraus. Bei der Einnahme einer Kombinationspille wird dieser normalerweise gerade verhindert.


Was tun bei einem möglichen Eisprung?


Wenn du vermutest, dass die empfängnisverhütende Wirkung deiner Pille beeinträchtigt gewesen sein könnte, solltest du die konkrete Einnahmesituation berücksichtigen. Bei Einnahmefehlern oder Unsicherheit kann es sinnvoll sein, vorübergehend zusätzlich ein Kondom zu verwenden.


Welche Maßnahmen tatsächlich erforderlich sind, hängt unter anderem von der verwendeten Pillenart, dem Zeitpunkt einer vergessenen oder verspäteten Einnahme und davon ab, ob es zu Erbrechen oder Durchfall gekommen ist.


Bei Unsicherheit kann eine ärztliche Beratung oder eine Rücksprache mit einer Apotheke helfen, die Situation individuell einzuschätzen.

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