top of page

Gesunde Strategien: 8 einfache Tipps, mit denen Kinder weniger Süßes essen

  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Süßigkeiten, Fruchtjoghurt, Saft oder Pfannkuchen mit reichlich süßem Belag – für viele Kinder kann es gar nicht süß genug sein. Eltern stehen dabei schnell vor einem Spagat: Einerseits gehört Naschen zu einer entspannten Kindheit dazu, andererseits kann ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum die Zahngesundheit beeinträchtigen und Übergewicht begünstigen.


Mehr dazu heute in MOMMYTIME.


Ein komplettes Süßigkeitenverbot ist deshalb meist weder nötig noch besonders hilfreich. Viel sinnvoller ist es, Kindern nach und nach zu vermitteln, dass Süßes seinen Platz haben darf, aber nicht ständig verfügbar sein muss.


Veränderung braucht Zeit


Wer die bisherigen Essgewohnheiten der Familie verändern möchte, sollte sich keinen radikalen Neustart vornehmen. Geschmacksvorlieben und Routinen entstehen über längere Zeit und verschwinden nicht innerhalb weniger Tage. Widerstand, Diskussionen und gelegentliche Rückschritte gehören deshalb dazu.


Auch Eltern müssen sich dabei keinen Vorwurf machen. Wenn Süßigkeiten im Familienalltag bisher eine größere Rolle gespielt haben, bedeutet das nicht, dass etwas grundsätzlich falsch gelaufen ist. Wer Schwierigkeiten bei der Umstellung hat, kann sich außerdem Unterstützung durch eine qualifizierte Ernährungsberatung holen.


1. Süßes bewusst einplanen

Naschen muss nicht komplett aus dem Alltag verschwinden. Hilfreicher ist es, feste Gelegenheiten dafür zu schaffen. Zum Beispiel kann eine kleine Portion nach dem Mittagessen oder als Dessert dazugehören.


Wichtig ist außerdem, Süßigkeiten nicht ständig sichtbar herumliegen zu lassen. Was jederzeit greifbar ist, wird schließlich auch schneller nebenbei gegessen. Nach dem abendlichen Zähneputzen sollte dann grundsätzlich Schluss mit zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken sein.


2. Mit kleinen Veränderungen beginnen

Eine abrupte Umstellung sorgt gerade bei Kindern häufig für Frust. Besser funktioniert ein schrittweises Vorgehen.


Aus Saft kann zunächst eine stark verdünnte Schorle werden. Gezuckertes Apfelmus lässt sich durch ungesüßtes Apfelmark ersetzen. Auch bei anderen Lebensmitteln kann der süße Anteil nach und nach reduziert werden.


Der Geschmack verändert sich mit der Zeit – vorausgesetzt, man gibt der Umgewöhnung eine Chance.


3. Süßigkeiten nicht als Belohnung einsetzen

„Wenn du dein Gemüse aufisst, bekommst du etwas Süßes“ klingt im stressigen Familienalltag verlockend, kann aber langfristig eine ungünstige Verbindung schaffen. Kinder lernen dadurch leicht, Süßigkeiten mit Erfolg, Trost oder Anerkennung zu verknüpfen.


Deshalb sollten Gummibärchen und Schokolade möglichst weder als Belohnung noch als Trostpflaster dienen. Bei Kummer können stattdessen Nähe, ein gemeinsames Buch, Bewegung oder ein Gespräch helfen.


Auch Geschenke müssen nicht automatisch aus Süßigkeiten bestehen. Großeltern, Verwandte und Freund können ebenso gut auf andere kleine Überraschungen zurückgreifen.


4. Gemeinsam einkaufen und auswählen

Kinder können durchaus in Entscheidungen rund ums Naschen einbezogen werden. Eine gemeinsam festgelegte Wochenmenge kann beispielsweise dabei helfen, ein Gefühl für Portionsgrößen und Häufigkeit zu entwickeln.


Je nach Alter können Eltern und Kinder gemeinsam überlegen, wann und was genascht werden darf. So entsteht weniger der Eindruck eines Verbots und mehr das Verständnis dafür, dass Süßigkeiten etwas Besonderes bleiben.


5. Zuckerfallen im Alltag reduzieren

Der größte Zuckeranteil kommt nicht zwangsläufig aus Schokolade und Bonbons. Auch zahlreiche stark verarbeitete Lebensmittel können viel zugesetzten Zucker enthalten.


Wer häufiger selbst zubereitet, kann leichter beeinflussen, was tatsächlich auf dem Teller landet. Naturjoghurt lässt sich beispielsweise mit frischem Obst kombinieren, Müsli kann selbst zusammengestellt werden und auch Saucen lassen sich zu Hause mit deutlich weniger Zucker zubereiten. So verändert sich gleichzeitig der Geschmackssinn: Weniger süße Speisen können nach und nach ganz normal schmecken.


6. Bessere Alternativen anbieten

Wenn der Wunsch nach etwas Süßem auftaucht, muss nicht immer ein klassisches Naschprodukt auf dem Tisch landen. Frisches Obst, Beeren oder selbst gemachte Snacks können ebenfalls eine süße Komponente liefern.


Dabei sollte allerdings nicht der Eindruck entstehen, Obst sei lediglich eine „gesunde Süßigkeit“. Es ist vielmehr ein eigenständiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung und bringt unter anderem Ballaststoffe und verschiedene Mikronährstoffe mit. Schokolade oder andere Süßwaren dürfen trotzdem gelegentlich dazugehören. Entscheidend ist die Gesamtheit der Ernährung.


7. Das Umfeld ins Boot holen

Eine Ernährungsumstellung funktioniert schlecht, wenn zu Hause andere Regeln gelten als bei Verwandten oder engen Freund. Wenn Eltern den Zuckerkonsum reduzieren möchten, sollten deshalb auch Oma, Opa und andere Bezugspersonen wissen, welche Vereinbarungen getroffen wurden.


Das bedeutet nicht, dass alle exakt dasselbe machen müssen. Wichtig ist vielmehr, dass die grundlegende Linie der Familie respektiert wird und ein Kind nicht an jeder anderen Station unbegrenzt mit Süßigkeiten versorgt wird.


8. Eltern machen es vor

Kinder orientieren sich nicht nur an dem, was Erwachsene sagen, sondern vor allem an dem, was sie beobachten. Wer selbst ständig zum Schokoriegel greift, während dem Nachwuchs Süßigkeiten verboten werden, macht die gewünschte Veränderung unnötig schwer.


Deshalb lohnt es sich, die eigenen Gewohnheiten ebenfalls unter die Lupe zu nehmen. Wasser statt ständig gesüßter Getränke, bewussteres Naschen und regelmäßige Mahlzeiten können dabei nicht nur den Kindern helfen.

bottom of page