Gewicht außer Kontrolle: Warum Übergewicht in Deutschland immer mehr zum Gesundheitsrisiko wird
- vor 20 Stunden
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In Deutschland zeigt sich ein deutliches Bild: Ein großer Teil der Bevölkerung bringt zu viele Kilos auf die Waage. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Rund zwei Drittel der Männer und mehr als die Hälfte der Frauen gelten als übergewichtig. Besonders besorgniserregend ist, dass etwa jeder vierte Erwachsene stark betroffen ist. Auch bei jungen Menschen zeichnet sich diese Entwicklung ab. Laut aktuellen Daten leiden bereits 5,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen an chronischer Fettleibigkeit – ein Hinweis darauf, dass das Problem früh beginnt.
Wie Übergewicht definiert wird
Zur Einordnung dient häufig der sogenannte Body-Maß-Index (BMI). Dieser setzt Körpergewicht und Körpergröße in Relation. Ab einem Wert von 25 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Adipositas. Allerdings steht der BMI auch in der Kritik: Er berücksichtigt weder die individuelle Körperzusammensetzung noch den tatsächlichen Gesundheitszustand. Deshalb ziehen Ärztinnen und Ärzte bei einer Diagnose zusätzliche Faktoren wie den Taillenumfang oder die allgemeine körperliche Verfassung heran.
Folgen für die Gesundheit
Ein zu hohes Körpergewicht bleibt selten ohne Auswirkungen. Es kann an der Entstehung zahlreicher Beschwerden beteiligt sein und das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen. Besonders kritisch ist, dass stark übergewichtige Menschen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei Infektionen haben. In manchen Fällen kann dies sogar lebensbedrohlich werden.
Vorurteile und ihre Folgen
Trotz der komplexen Ursachen wird Übergewicht häufig vorschnell mit mangelnder Disziplin gleichgesetzt. Diese vereinfachte Sichtweise führt zu gesellschaftlicher Stigmatisierung. Für Betroffene kann das eine zusätzliche Belastung darstellen und sie davon abhalten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wenn der Körper Signale falsch deutet
Mit zunehmendem Körperfett verändert sich auch die Regulation von Hunger und Sättigung. Das Gehirn kann die aufgenommene Nahrungsmenge nicht mehr zuverlässig einschätzen. Die Folge: Das Hungergefühl bleibt bestehen, obwohl eigentlich genug gegessen wurde. Es entsteht ein Kreislauf aus vermehrter Nahrungsaufnahme und weiterem Gewichtszuwachs, der langfristig in eine Adipositas münden kann.

