Haustierverlust trifft tief: Warum der Tod von Vierbeinern oft schmerzhafter ist als der eines geliebten Menschen
- Redaktion Mittagsmagazin

- 19. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Mehr als 20 Prozent derjenigen, die sowohl ein geliebtes Haustier als auch eine nahestehende Person verloren hatten, empfanden den Verlust ihres Tieres als schmerzhafter als den Verlust des Menschen, so eine neue Studie. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Studie im Vereinigten Königreich
Im März 2024 wurden in Großbritannien 975 Erwachsene befragt, die repräsentativ für die Bevölkerung stehen sollten. Etwa ein Drittel der Teilnehmer (32,6 Prozent) hatte bereits den Tod eines Haustieres erlebt, fast alle zudem den Verlust eines nahen Menschen. Auf die Frage nach dem emotional schmerzlichsten Verlust wählten 21 Prozent der Befragten ihr Haustier – obwohl sie auch den Tod von Eltern, Geschwistern oder engen Freunden erlebt hatten.
Anhaltende Trauer bei einigen Betroffenen
Bei einem kleinen Teil der Befragten, genauer 7,5 Prozent, war die Trauer so intensiv, dass sie als anhaltende Trauerstörung eingestuft wurde. Diese Rate liegt auf ähnlichem Niveau wie die Trauer nach dem Verlust enger Familienmitglieder, wie Großeltern oder Freunde.
Bedeutung der Beziehung zum Tier
Bettina Doering, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, erklärt: „Entscheidend sei, welchen Stellenwert das Tier für uns einnehme.“ Sie betont, dass die Bindung zu Haustieren oft von wenigen Konflikten geprägt ist, Erwartungen fehlen und soziale Rollen keine Rolle spielen. „Tiere hören zu, bewerten nicht, sind konstant präsent.“
Übertragbarkeit auf Deutschland
Ob die Ergebnisse aus Großbritannien auf Deutschland übertragbar sind, ist bislang unklar, da es hier kaum vergleichbare Studien gibt. Doering weist darauf hin: „Nur eine kleine Minderheit von Trauernden entwickelt eine anhaltende Trauerstörung.“ Dennoch empfehlen Psycholog:innen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die Trauer den Alltag über längere Zeit stark einschränkt.

