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Immunsystem stärken: So bleibt ihr im Winter gesund

Unser Immunsystem ist wie ein unsichtbarer Schutzwall: Es kämpft täglich gegen Viren, Bakterien und andere Eindringlinge.


Mehr dazu heute in #LIVELIFE.


Trotzdem kursieren viele Vorstellungen darüber, was unsere Abwehrkräfte wirklich stärkt – von Vitaminpräparaten über Sport bis hin zum Impfen. Was davon ist tatsächlich wirksam, und welche Tipps kann man getrost vergessen? Wir nehmen sieben gängige Aussagen über das Immunsystem genau unter die Lupe.


1. Bewegung macht den Unterschied – aber in Maßen


Regelmäßiger Sport kann das Immunsystem tatsächlich unterstützen. Joggen, Radfahren oder Schwimmen fördern die Aktivität der sogenannten Killerzellen und anderer Abwehrmechanismen. Menschen, die sich regelmäßig bewegen, werden seltener krank und erleiden im Krankheitsfall mildere Symptome.


Doch Vorsicht: Übermäßiger oder extrem intensiver Sport kann genau das Gegenteil bewirken. Profiathleten sind manchmal anfälliger für Infekte, weil körperlicher Stress und psychischer Druck das Immunsystem schwächen. Auch wer bereits erkältet ist, sollte das Training pausieren – sonst kann eine harmlose Infektion schwerwiegender verlaufen, bis hin zu Herzmuskelentzündungen.


2. Vitamin C allein schützt nicht


Der Mythos hält sich hartnäckig: Wer regelmäßig Vitamin C zu sich nimmt, soll immun gegen Erkältungen sein. Tatsächlich beugt Vitamin C einer Infektion nicht vor. Es kann höchstens die Symptome ein wenig lindern, wenn man bereits krank ist.


Ein wirklich entscheidender Nährstoff für die Abwehr ist Vitamin D. Das Sonnenvitamin aktiviert wichtige Immunzellen und ist vor allem in den Wintermonaten oft Mangelware. Besonders reich an Vitamin D sind fettreiche Fische wie Lachs oder Sardinen, aber auch Lebertran. Ein gesunder Mix aus ausgewogener Ernährung und Spaziergängen an der frischen Luft stärkt die Abwehrkräfte also deutlich besser als ein Löffel Zitronensaft.


3. Starke Erkältung ≠ schwaches Immunsystem


Viele glauben, dass heftige Symptome auf ein schwaches Immunsystem hindeuten. Bei Erkältungen ist das Gegenteil der Fall: Rhinoviren greifen unsere Zellen nur schwach an, dafür reagiert das Immunsystem besonders stark. Husten, Schnupfen und Co. sind also ein Zeichen, dass der Körper kämpft, nicht dass er versagt.


Problematisch wird es meist erst, wenn sich nach der Virusinfektion Bakterien einnisten, zum Beispiel in Nebenhöhlen oder Ohren. Ein gut funktionierendes Immunsystem reduziert hingegen das Risiko von Komplikationen.


4. Impfen schützt nicht nur einen selbst


„Mein Immunsystem ist stark, ich brauche keine Impfungen“ – dieser Gedanke greift oft zu kurz. Viele Infektionen verlaufen zwar bei gesunden Erwachsenen mild, für bestimmte Gruppen können sie jedoch gefährlich werden. Ältere Menschen oder chronisch Kranke sind bei der Grippe besonders gefährdet. Kleinkinder, die noch nicht geimpft sind, können bei Keuchhusten ernsthaft erkranken. Schwangere riskieren bei einer Rötelninfektion Schäden am ungeborenen Kind.


Impfungen dienen nicht nur dem Selbstschutz, sondern auch dem Schutz anderer. Wer geimpft ist, kann Viren weniger leicht weitergeben – ein wichtiger Schutz für Risikogruppen und die Gemeinschaft.


5. Infektionen in der Kindheit – Herausforderung ja, Überforderung nein


Kindheitserfahrungen prägen das Immunsystem nachhaltig. Kinder, die mit vielen Krankheitserregern in Kontakt kommen – sei es durch Geschwister oder einen Bauernhof –, entwickeln seltener Allergien. Diese „Trainingseinheiten“ machen die Abwehrkräfte stärker und toleranter gegenüber harmlosen Eindringlingen.


Dennoch sollte man Impfungen nicht ablehnen. Sie verhindern schwere Krankheitsverläufe und schützen vor Komplikationen, die selbst ein starkes Immunsystem nicht ohne Risiko meistern könnte.


6. Einmal überstanden, nie wieder? Nicht immer


Manche Krankheiten wie Masern oder Mumps überstehen wir nur einmal – danach bleiben wir immun. Bei Erkältungen sieht es anders aus: Mehr als 200 verschiedene Viren können sie auslösen. Das Immunsystem kennt viele davon noch nicht, sodass eine erneute Infektion möglich ist.


Viren wie Influenza ändern sich zudem schnell, sodass die Abwehr im nächsten Jahr oft neu lernen muss. Herpesviren wiederum bleiben ein Leben lang im Körper und können bei geschwächtem Immunsystem erneut aktiv werden.


7. Fieber ist ein Helfer, kein Feind


Wer bei Infekten selten Fieber entwickelt, könnte tatsächlich eine schwächere Abwehrreaktion haben. Eine erhöhte Körpertemperatur beschleunigt Stoffwechselprozesse und aktiviert die Produktion weißer Blutkörperchen. Regelmäßiges Fieber kann sogar das Krebsrisiko leicht senken.


Doch auch hier gilt Maßhalten: Zu hohes Fieber schwächt den Körper und kann gefährlich sein. Am besten unterstützt man den Organismus während einer Infektion durch Ruhe, Flüssigkeit und schonende Pflege.

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