Ingwer: Warum die Wurzel zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gewählt wurde
- Redaktion Mittagsmagazin

- 6. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Für das Jahr 2026 wurde Ingwer offiziell zur Arzneipflanze des Jahres ernannt. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Ausschlaggebend für diese Entscheidung war eine erneute wissenschaftliche Betrachtung seiner medizinischen Eigenschaften. Die Auswahl erfolgte durch den Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Phytotherapie.
Welche gesundheitlichen Effekte werden Ingwer zugeschrieben?
Ingwer kann bei Erwachsenen vielseitig eingesetzt werden. In bestimmten Situationen eignet er sich zur Vorbeugung von Reiseübelkeit oder zur Linderung leichter, krampfartiger Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Darüber hinaus wird er bei kurzfristigem Appetitmangel genutzt. Neu bewertet wurde zudem sein potenzieller Nutzen bei milden Gelenkbeschwerden sowie bei typischen Erkältungsanzeichen.
Wissenschaftliche Grundlage der Bewertung
Die Einschätzung stützt sich auf Empfehlungen des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur. Insbesondere die Anwendung bei Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit und Erkältungssymptomen wurde erst kürzlich in die offizielle Bewertung aufgenommen.
Einschränkungen und offene Fragen
Trotz der positiven Einschätzung weisen Fachleute darauf hin, dass die Studienlage nicht in allen Bereichen eindeutig ist. Vor allem bei der Wirksamkeit gegen Reisekrankheit zeigen Forschungsergebnisse teils widersprüchliche Resultate.
Qualität der Produkte als entscheidender Faktor
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die stark schwankende Qualität handelsüblicher Ingwerprodukte. Analysen von Nahrungsergänzungsmitteln ergaben erhebliche Unterschiede im Gehalt an Gingerolen – von gar keinem messbaren Anteil bis zu hohen Konzentrationen.
Mögliche Nebenwirkungen
Auch natürliche Heilpflanzen sind nicht frei von Risiken. Laut Angaben der Europäischen Arzneimittel-Agentur können bei der Einnahme von Ingwer unter anderem Magenbeschwerden, Sodbrennen, Aufstoßen oder Übelkeit auftreten.

