Kinder und Glück: Warum die Anzahl der Kinder nicht über Zufriedenheit entscheidet
- vor 16 Stunden
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Machen Kinder das Leben erfüllter – oder eher komplizierter? Diese Frage beschäftigt nicht nur viele Paare und Familien, sondern auch die Wissenschaft seit Jahren.
Mehr dazu heute in #MOMMYTIME.
Eine eindeutige Antwort gibt es bislang nicht. Denn ob Elternschaft als bereichernd empfunden wird, hängt stark von den persönlichen Lebensumständen ab.
Finanzielle Sicherheit, Unterstützung durch Familie oder Freundeskreis, berufliche Belastung und individuelle Lebensziele spielen dabei eine entscheidende Rolle. Deshalb lässt sich die Frage nach der „idealen“ Kinderzahl nicht pauschal beantworten.
Studie untersucht Wunsch und Realität
Eine neue Untersuchung mit mehr als 23.000 Teilnehmenden hat nun genauer betrachtet, wie sich Unterschiede zwischen gewünschter und tatsächlicher Kinderzahl auf das psychische Wohlbefinden auswirken.
Dafür analysierte ein Forschungsteam rund um die Berliner Wissenschaftlerin Dr. Laura Buchinger verschiedene Lebenssituationen: Menschen ohne Kinder, Eltern mit der gewünschten Kinderzahl sowie Personen, die weniger oder mehr Kinder hatten als ursprünglich geplant.
Zusätzlich bewerteten die Befragten ihre allgemeine Lebenszufriedenheit sowie einzelne Bereiche wie Familie und Beruf.
Mehr Kinder als geplant – geringere Zufriedenheit
Besonders auffällig war ein Ergebnis: Menschen, die mehr Kinder hatten als sie sich eigentlich gewünscht hatten, berichteten über alle Altersgruppen hinweg häufiger von einer geringeren psychischen Zufriedenheit.
Die Forschenden vermuten dahinter vor allem Belastungen wie finanzielle Herausforderungen, eingeschränkte persönliche Freiheit oder Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Alltag.
Unerwartete Kinder bedeuten nicht automatisch Unglück
Die Ergebnisse sollten jedoch nicht missverstanden werden. Ein ungeplantes Kind führt nicht automatisch zu Unzufriedenheit oder fehlender Bindung. Wünsche und Lebensentwürfe verändern sich im Laufe der Zeit häufig.
So kann jemand ursprünglich zwei Kinder geplant haben, später mit drei Kindern aber vollkommen glücklich sein. Die emotionale Beziehung zu den eigenen Kindern ist deshalb nicht direkt mit der allgemeinen Lebenszufriedenheit gleichzusetzen.
Auch unerfüllter Kinderwunsch kann belasten
Nicht nur eine größere Familie als geplant beeinflusste das Wohlbefinden. Auch Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch zeigten laut Studie Einbußen bei der Zufriedenheit – allerdings vor allem im höheren Alter.
Bei jüngeren kinderlosen Personen ließ sich dieser Effekt kaum feststellen. Erst im späteren Lebensverlauf nahm die Unzufriedenheit spürbar zu.
Die „richtige“ Kinderzahl bleibt individuell
Die Untersuchung zeigt vor allem eines: Es gibt keine allgemeingültige Formel für familiäres Glück. Entscheidend scheint weniger die Anzahl der Kinder zu sein als vielmehr, ob das eigene Leben den persönlichen Vorstellungen und Möglichkeiten entspricht.



