Laut Psychologin: Erfolgreiche Kinder entwickeln sich nicht zufällig
- 26. Apr.
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Die Bildungspsychologin Michele Borba vertritt die Ansicht, dass Erfolg nicht angeboren ist, sondern sich durch Erfahrungen und Erziehung entwickelt. Sie arbeitet mit Kindern, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen – etwa in Armut oder nach belastenden Erlebnissen – und möchte ihnen Wege eröffnen, ein stabiles und erfülltes Leben zu führen.
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Dabei betont sie, dass Kinder zwar Geborgenheit, Struktur und Liebe brauchen, gleichzeitig aber auch Raum für Eigenständigkeit, Kompetenzentwicklung und Motivation. Aus ihrer Forschung hat sie mehrere zentrale Fähigkeiten abgeleitet, die entscheidend für psychische Stärke, soziale Reife und Erfolg sein können.
Vier dieser Eigenschaften haben wir zusammengefasst
1. Neugier als Motor für Entwicklung
Neugier entsteht besonders dann, wenn Kinder die Freiheit haben, Dinge selbst auszuprobieren und zu erforschen. Offene Materialien und Spielideen ohne festgelegtes Ergebnis fördern genau dieses Verhalten. Statt vorgefertigter Lösungen profitieren Kinder davon, wenn sie mit einfachen Gegenständen experimentieren und eigene Ideen umsetzen können.
Auch das Verhalten der Erwachsenen spielt eine wichtige Rolle. Wenn Eltern selbst eine fragende und entdeckende Haltung vorleben, übernehmen Kinder diese leichter. Anstatt vorschnell Antworten zu geben, kann es hilfreich sein, gemeinsam zu überlegen, was passieren könnte oder wie etwas funktioniert. Ebenso regen offene Fragen beim gemeinsamen Lesen oder Fernsehen die Fantasie an und stärken das eigenständige Denken.
2. Selbstkontrolle im Umgang mit Gefühlen und Handlungen
Ein wichtiger Baustein für späteren Erfolg ist die Fähigkeit, Impulse zu steuern und sich bewusst zu verhalten. Dabei geht es nicht darum, Gefühle zu unterdrücken, sondern sie wahrzunehmen und trotzdem handlungsfähig zu bleiben.
Im Alltag kann dies durch einfache Signale unterstützt werden, die Kindern helfen, ihre Aufmerksamkeit zu bündeln. Ebenso können feste Rituale entstehen, die signalisieren, wann Zuhören oder Konzentration gefragt ist. Solche Absprachen geben Kindern Orientierung und Struktur.
Auch kurze Pausen in emotional aufgeladenen Situationen sind hilfreich. Wenn Kinder lernen, vor einer Reaktion kurz innezuhalten, beispielsweise durch Zählen oder tiefes Durchatmen, gewinnen sie mehr Kontrolle über ihr Verhalten.
3. Empathie und das Verstehen anderer Menschen
Empathie umfasst mehrere Ebenen: das Mitfühlen mit anderen, das bewusste Handeln aus Mitgefühl heraus und das Verständnis für die Gedankenwelt anderer Menschen. Damit sich diese Fähigkeit entwickeln kann, brauchen Kinder ein differenziertes Sprachgefühl für Emotionen.
Eltern können diesen Prozess unterstützen, indem sie Gefühle im Alltag klar benennen und dadurch ein emotionales Vokabular aufbauen helfen. Auch das Gespräch über eigene Emotionen trägt dazu bei, dass Kinder lernen, dass Gefühle normal und ausdrückbar sind.
Darüber hinaus hilft es, gezielt über die Emotionen anderer Menschen zu sprechen – etwa in Alltagssituationen beim Einkaufen oder unterwegs. Wenn Kinder lernen, Mimik und Körpersprache zu deuten und darüber nachzudenken, was andere fühlen könnten, stärkt das ihr Einfühlungsvermögen nachhaltig.
4. Selbstvertrauen durch eigene Erfahrungen
Ein stabiles Selbstvertrauen entsteht nicht allein durch Lob, sondern vor allem durch eigene Erfahrungen. Kinder entwickeln dieses Gefühl, wenn sie Aufgaben bewältigen, Schwierigkeiten überwinden und eigene Lösungen finden.
Entscheidend ist dabei, dass sie lernen, Erfolge und Misserfolge mit ihrem eigenen Handeln zu verknüpfen. Wer versteht, dass Anstrengung einen Unterschied macht, entwickelt langfristig mehr innere Stärke.
Wenn Erwachsene zu häufig eingreifen und Probleme abnehmen, kann das unbeabsichtigt das Gefühl vermitteln, nicht selbstständig handeln zu können. Umso wichtiger ist es, Kindern Raum zu geben, Herausforderungen selbst zu meistern – mit der Erfahrung, dass Scheitern möglich ist, aber auch überwunden werden kann.
Quelle: CNBC



